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Ist Leinenführigkeit das Gleiche wie „bei Fuß“?

In meinem Alltag als Trainerin habe ich immer wieder Kunden, die Leinenführigkeit mit „bei Fuß“ verwechseln. Daher möchte ich in meinem neuen Blog-Artikel auf die Unterschiede eingehen und euch die Unterschiede erklären.

„Bei Fuß“ bedeutet in der Begleithundeprüfung (BGH), dass der Hund mit seinem rechten Schulterblatt an dem linken Bein des Halters ist und dabei dauerhaften Blickkontakt mit seinem Halter hat. Im Alltag geht der Hund, bei Signalgabe, solange links neben dem Halter wie es gewünscht wird.
In den meisten Fällen gibt im Alltag kein Auflöse-Signal bzw. kein Folgesignal. Der Hund entscheidet eigenmächtig das Ende und er geht dann so wie er es für richtig hält, egal ob sein Halter am anderen Ende ist und wie die Leine dann gespannt ist.
Hunde, die eine Begleithundeprüfung absolviert haben und diese auch bestanden haben können auch „Leinen-Rambos“ sein. Im Falle des „Leinen-Rambos“ ist die Leinenführigkeit im Alltag vermutlich nicht vorhanden. Wenn aber ein Hund erlernt hat, je nach Zieldefinition des Halters, immer und überall auf die Leinenspannung zu achten, hat er während der ganzen Zeit an der Leine einen „Job“.
Der Zug an der Leine kann für die Hunde ein selbstbelohnendes Verhalten sein, da er trotz dem unangenehmen Zug am Hals, an sein Objekt der Begierde kommt. Dessen ist sich der Halter nicht bewusst. Je mehr der Hund zu Objekten, Gerüchen, Hunden oder Menschen zieht und damit auch zum Erfolg kommt, desto mehr verstärkt sich das Verhalten.
Für den Halter ist das ein schleichender Prozess, den er erst dann richtig wahrnimmt, wenn der Spaziergang an der Leine als stressig wahrgenommen wird und er schon mit einem negativen Gefühl den Hund anleint. Entweder wird dann zu Zeiten rausgegangen, wo kaum jemand unterwegs ist, die Flexileine kommt zum Einsatz -man merkt ja nicht mehr wirklich den nervenden Zug und der Hund hat viel Freiraum- oder der Hund ist viel im Freilauf und er kann vollkommen frei entscheiden wo er hin geht.

Warum sind Flexileinen ein ungünstiges Hilfsmittel zum Erlernen der Leinenführigkeit?
Egal ob am Geschirr oder am Halsband, der Hund verspürt einen dauerhaften Zug und sein Gehirn lernt: „Das ist normal, dass dieser Zug beim Spaziergang ist“. Wenn man ihn dann an eine normale Leine anlegt, sagt sein Gehirn: „Selbes Geschirr oder Halsband, Mensch geht mit mir raus, ich muss ziehen.“ Sein Verhalten hat sich generalisiert, sprich es ist Normalität für den Hund.
Auch durch das Zurückziehen eines Hundes, wird das unerwünschte Verhalten des Hundes immer wieder bestätigt und somit auch gesteigert.
Es ensteht, durch den Zug nach hinten, ein s.g. Oppositionsreflex des Hundes. Das heißt ein „Machtkampf“- ein Hin-und-Her“ – zwischen Halter und Hund beginnt.

Wie kannst du diesen Kreislauf durchbrechen?
Und deinen Hund dazu bringen auf die Leinenspannung zu achten und sich an deinem Tempo zu orientieren und nicht du immer schneller wirst, wenn dein Hund zieht?
Als Erstes muss der Kontext (Zusammenhang) verändert werden. Also zieht der Hund am Halsband, muss in den Trainingssequenzen z.B. ein Geschirr, eine andere Leine, ein anderes Halsband oder einem Halstuch verwendet werden, da der Hund den Zug mit dem bisher benutzten Material verbindet.
Dieser Schritt ist sehr wichtig und spielt eine sehr große Rolle für das Training.
In einem Gespräch mit mir definieren wir ganz genau deine Vorstellung von Leinenführigkeit und wir erarbeiten in kleinen Trainingseinheiten deine Definition der Leinenführigkeit.

Wie diese Trainingseinheiten aussehen?
Das bei jedem Mensch-Hund-Team unterschiedlich, daher gibt es kein Patentrezept.
Das wichtigste ist in diesen Einheiten ganz genau auf das konsequente, punktgenaue Einwirken und dessen Intensität, sowie auf das Loben zu achten.
Nach und nach wird der Hund verinnerlichen, dass er mit Leinenzug nicht mehr ans Ziel kommt und es viel besser ist, entspannt an der Leine zu gehen.
Wie lange dieser Umlernprozess dauert ist abhängig davon, wie punktgenau der Halter lobt oder das unerwünschte Verhalten unterbindet.

Wenn du mit deinem Hund entspannt an der Leine gehen möchtest und mehr über die Trainingsmöglichkeiten erfahren willst, melde dich bei mir per Telefon 0172/9324678 oder per Email kontakt@hundeschule-sarstedt.de.

Ich freue mich auf dich.

Grüße Kirsten

Hundeerziehung