„Es gibt Menschen im Leben, die hätte man gerne viel eher kennengelernt“!
Und dazu zählst eindeutig Du liebe Kirsten.

Selten bin ich sprachlos.
Mitte der Woche erreichte mich eine E-Mail von Kunden, mit diesen einleitenden Worten.
Der Inhalt dieser Mail hat mich zu Tränen gerührt, da ich in den letzten Monaten gefrusteter wurde.
Wenn ich recht überlege, fing es Ende letzten Jahres schon an. Neukunden und Welpenbesitzer riefen an, um unbedingt zu mir zu kommen. Und obwohl die bestehenden Gruppen voll waren, habe ich neue aufgemacht. Ich habe alles Menschenmögliche gemacht. Am Ende stand ich samstags von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr auf dem Platz.
Naja, und dann kam die neue Corona-Welle, die heftiger war als die zwei Jahre davor. Reihenweise Ausfälle, zum Teil bis zu 6 Wochen fielen die Kunden aus. Dafür konnten sie nichts, das ist logisch.
Was mich aber am meisten geärgert hat, dass oft keine Information kam, wann sie wieder kamen bzw. wie lange sie ausfallen werden.
Manchmal kamen früh am Morgen 5 Absagen gleichzeitig. Resultat war, dass ich entweder kurzfristig Gruppen zusammengelegt habe oder auch mal nur mit zwei auf dem Platz stand.
Ich zeigte Verständnis. Mein Verständnis ließ aber nach, als nach 4 Wochen immer noch keine Information kam, ich aber mitbekommen habe, dass der wohlverdiente Urlaub, eine Geburtstagsfeier etc. dann im Vordergrund stand. Teilweise konnte ich es verstehen, zeitgleich dachte ich an die Entwicklung der Hunde. Sie waren gerade in der Pubertät und brauchten Kontinuität. Hinzu kommt, dass ich es respektlos fand für die anderen Gruppenteilnehmer, die immer wieder zurückgesteckt haben.
Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass Halter froh waren als ihre Hündin läufig wurden und nicht ins Training durften.
Oder manch Hund hat regelmäßig freitags abends oder samstags morgens Durchfall.

Von meinen Umsatzeinbußen ganz zu schweigen. Darüber machten sich die wenigsten Gedanken.
Ich habe Online Theorie-Einheiten angeboten. Es wurde von den Kunden, die die Entwicklung ihres Hundes wichtig ist, angenommen. Leider von den Kunden, die es gebraucht hätten, nicht. Zeitgleich wurden kostenfreie Videos auf Youtube angeschaut, Bücher gekauft oder teure Onlinekurse gebucht. Generell habe ich damit kein Problem. Nur wenn bei mir die Trainings abgesagt werden (wenn ich Glück hatte) mit allen möglichen Ausreden, macht mich das sauer. Eine Kundin sagte mir nach einer Theorieeinheit: In zwei Stunden bekomme ich soviel Informationen wie in 2 Büchern stehen und das noch individuell auf die jeweiligen Teams erklärt und sie könne es nicht verstehen, warum nicht mehr Kunden an den Theorieeinheiten teilnehmen.
Dass es so nicht weitergehen konnte, war klar, also habe ich überlegt, wie ich etwas verändern kann, damit beide Seiten damit leben können. Ich hatte die Wahl zwischen generelles Abo-System, generelles Kurssystem oder Gültigkeit der 5er Karten kürzen.
Ich habe mich für die Laufzeit der 5er Karten entschieden.
So wie erwartet trennten sich die Spreu vom Weizen. Ich merkte schnell, wer mit Leib und Seele dabei war und wer meinte mich veräppeln zu wollen.
Gerade bei den Kunden, die unregelmäßig am Training teilgenommen haben und zu Hause nicht weiter gemacht haben, merkte ich es an den Hunden. Deutliche Worte fand ich, wenn ich gemerkt habe, dass Hunde maß geregelt wurden, obwohl der Hund es mental nicht leisten konnte. Immer und immer wieder habe ich darauf hingewiesen, dass ein 1-jähriger Hund noch kein perfekter Hund sein kann. Der Leistungsdruck der Halter auf die Hunde war teilweise heftig.
Und da sehe ich ganz klar den Halter in der Verantwortung. Nicht regelmäßig ins Training kommen oder am Ball bleiben, aber Leistung abfordern.
Ich sehe mich als Rechtsanwalt der Hunde und nicht als Freund der Halter.

Zeitgleich kommen auch Zweifel in mir auf. Ich hinterfragte mich, ich versuchte es aufzudröseln.
Ich kam zu dem Ergebnis, dass sich ein Teil der Halter verändert hat. In den ersten zwei Lockdowns haben die Halter es wertgeschätzt, dass wir alles Mögliche gemacht, um ein kontinuierliches Training zu machen, damit die Welpen und Junghunde weiterhin betreut wurden. Wir haben uns an die Vorgaben gehalten, haben einen Zeitplan aufgestellt etc.
Da war eine gemeinsame Solidarität spürbar.

In meiner Ausbildung sagte einmal der Dozent zu uns:
Wir können nicht jeden Hund retten.

Und das ist ein Satz, den ich mir immer wieder gesagt habe. So gerne, wie ich den Hunden individuell in ihrer Entwicklung stärken möchte, es steht und fällt mit den Besitzern. Sie können noch so sehr ihren Hund lieben und vieles für ihn tun, gehen sie aber wirklich wertschätzend mit ihrem Hund um?
Wertschätzen mit dem Entwicklungsstand? Wertschätzend mit der Rasse? Und das hat nichts mit Grenzen setzen zu tun. Ich kann einem Hund nicht etwas fordern, wenn sie gerade mit der Situation überfordert sind.
Manch Hund tanzt seinem Besitzer als Welpe schon auf der Nase, im Alter von 1 Jahr sieht man schon, welch Status der Hund in der Familie hat. Geschweige dem Verhalten gegenüber anderen Hunden oder Menschen.
Und wenn ich schon dabei bin, respektvoller Umgang des Hundes in Alltagssituationen ist für mind. 5 % der Halter ein Fremdwort geworden. Das geht über Anspringen lassen der Trainer, überall markieren lassen etc.
Das sind mittlerweile Themen, da finde ich deutliche Worte, natürlich nicht zum Wohlgefallen des Menschen.
Interessanterweise akzeptieren die Hunde eine klare Grenze, ohne beleidigt zu sein oder es persönlich zu nehmen, die Menschen tun sich schwer damit.

Nach diesen immer häufigen vorgekommenen Situationen habe ich Gruppen reduziert, Kunden sind gegangen und Kunden sind gegangen worden. Damit für die Welpen und Junghunde eine Regelmäßigkeit seitens der Halter zu gewährleisten, wurden auf Kurssystem umgestellt.

Und was hat jetzt der lange Text mit der E-Mail zu tun?
Ganz viel, da ich gemerkt habe, dass durch die Umstellungen es wieder Spaß macht, dass das Feedback der jetzigen Kunden überwiegend positiv ist.
Zum Schluß möchte ich Euch den Inhalt der E-Mail nicht weiter vorenthalten.

„Es gibt Menschen im Leben, die hätte man gerne viel ehr kennengelernt“!

Und dazu zählst eindeutig Du liebe Kirsten. Vor einem Jahr hast Du uns zu Hause besucht, um uns und unsere Maltipoo-Dame Fienchen kennenzulernen. Deine offene und direkte Art – welche immer wertschätzend ist – gepaart mit Deiner unglaublichen Fachkompetenz hat uns von Anfang an sehr gut gefallen. Die Sympathie auf beiden Seiten war gegeben und damit wurde der Grundstein für unsere zukünftige Zusammenarbeit gelegt. Wir haben mit Einzelcoaching begonnen, bis Du Dir ein genaues Bild davon machen konntest, in welchem Kurs Fienchen für das Gruppentraining am besten aufgehoben ist. Denn Du gehst individuell auf jedes Mensch-Hund Team ein und hast auch schnell erkannt, dass unsere Fellnase ein unsicherer Hund ist und bei Hundebegegnungen einer besonderen Behandlung bedarf.

Das vielfältige Konzept der Hundeschule Sarstedt überzeugt uns einfach. Es findet ein abwechslungsreiches Training auf dem Hundeplatz statt und auch außerhalb davon, wie zum Beispiel in der Innenstadt. Dabei werden Fienchen und wir Menschen mit verschiedenen Situationen konfrontiert, welche uns im Alltag Probleme bereiten. Du zeigst uns, wie wir damit souverän umgehen.

Zusätzlich bietest Du auch regelmäßig interessante Workshops an. Dort haben wir unter anderem viel über die Erste-Hilfe am Hund, über das Leinenhandling und die Körpersprache des Hundes gelernt und noch viel wichtiger, was die Körpersprache des Menschen aussagt und beim Hund bewirkt. Deinem aufmerksamen und geschulten Auge entgeht einfach nichts und Du spürst stets die Emotionen bei Hund und Halter und weißt in Deiner unglaublich beruhigenden Art und Weise damit umzugehen. Dies ist eine wirklich besondere Gabe die Du da hast.

Gold wert war für uns auch der Workshop Mantrailing welchen Dein Teammitglied Betty durchgeführt hat. Betty ist einfach nur spitze! Ihre Faszination und Begeisterung für das Trailen hat auch uns erreicht und gehört für uns inzwischen zur wöchentlichen Routine. Dadurch konnte Fienchen enorm viel Selbstbewusstsein aufbauen.

Im Laufe der Zeit haben wir viele tolle Menschen bei der Hundeschule kennengelernt. Dadurch ist stets der gemeinsame Austausch von Erfahrungswissen möglich und auch Verabredungen zu gemeinsamen Hundespaziergängen können dort getroffen werden. Der von Dir initiierte Hundestammtisch trägt zu dem Kontaktaufbau ebenfalls mit bei.

Liebe Kirsten, nach einem Jahr Besuch Deiner Hundeschule haben wir eine wahnsinnige Entwicklung bei Fienchen festgestellt. DANKE, dass Du diesen Weg mit uns gemeinsam gegangen bist und hoffentlich noch lange gehen wirst! Nicht, weil wir es nötig haben, sondern weil es uns und Fienchen einfach Spaß macht unter Deiner und Bettys Anleitung zu trainieren und stets neues zu lernen. DANKE, dass Du immer ein offenes Ohr für uns hast und stets mit Rat und Tat zu jeder Zeit für uns da bist. Wir fühlen uns wirklich sehr gut aufgehoben bei Dir. Du bist ein ganz besonderer Mensch!

„Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat“. Du hast unser uneingeschränktes Vertrauen und wir sind froh Dich kennengelernt zu haben!

Vielen Dank für diese wertschätzenden Worte.

Respekt ist kein Privileg, sondern die einfachste Form des Umgangs miteinander.