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Ich geh´ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir
oder
Ein gemeinsamer Spaziergang mit deinem Hund fördert die Bindung zwischen dir und ihm.

Immer wieder sehe ich Mütter oder Väter, die mit ihren Kindern spazieren gehen oder auf dem Spielplatz sind und sich dabei mit ihrem Handy beschäftigen.  Für mich hat es dann den Anschein, dass in diesen Momenten Telefonate, Emails, Facebook, WhatsApp oder Instagram wichtiger sind als die Kinder. Ja, man könnte auch sagen, dass die Kinder an zweiter Stelle stehen und sich selbst überlassen werden.

Selten sehe ich Eltern mit ihren Kindern im Sandkasten, an der Schaukel oder auf der Rutsche spielen.
Dabei wäre dies aber wichtig, um so die Bindung zwischen Elternteil und Kind zu verstärken.

Leider ist dieses Verhalten auch vermehrt bei den Hundehaltern zu beobachten.
Die Hunde sind überwiegend mit der Nase über dem Boden, nehmen sich ihre Freiräume durch die „Flexi-Leine“, während der Hundehalter sich mit seinem Handy beschäftigt oder träumend durch die Gegend schlendert.
Der Hund gibt somit seinem „Herrchen bzw. Frauchen“ vor, wo es langgeht oder wozu er Lust hat. Man könnte auch sagen, dass der Hund den Menschen führt.

Welche Gründe könnten für diese Verhalten ursächlich sein?

Das Handy ermöglicht es mir in der heutigen Zeit immer und überall mit der Familie, Freunden und Bekannten in Verbindung zu bleiben.
Bei einem in der Regel sehr straff organisierten Tagesablauf bleibt viel zu wenig Zeit für die Erholung.
Der Anspruch an sich selbst, nämlich alles zu wissen bzw. zu können ist groß.
Man möchte auch nichts verpassen, immer dabei sein und mitreden können. Egal in welcher physischen bzw. psychischen Verfassung man sich befindet.

Die Hundehalter möchten für ihren Hund nur das Gute, in dem sie ihren Hund „Hund-sein-lassen“.

Frage ich Hundehalter welchen Sinn sie in den Spaziergängen mit ihrem Hund sehen, kommt meistens die Antwort:
„Er ist oft allein zu Hause, daher möchte ich ihm bei den Spaziergängen die Möglichkeit geben einfach tun und lassen zu dürfen was er möchte.“

Generell ist dies nicht negativ.

Wenn ich die Hundehalter danach frage, was sie für diesen Spaziergang empfinden, bekomme meistens die Antwort:
„Ich war arbeiten und genieße meine Freizeit mit meinem Hund, in dem ich mit ihm raus gehe.“

Die darauf folgende Frage:
„Was meinst du ist für deinen Hund Freizeit und was ist Arbeit?

Bevor du weiterliest beantworte diese Frage einmal für dich selbst.

Meistens kommen dann die Antworten:
„Mein Hund hat Freizeit wenn ich mit ihm rausgehe.“ Oder
„Ich gehe zu einer ausgewiesenen Hundefreilauffläche, da kann mein Hund dann mit den anderen „spielen“. So hat er seinen Auslauf und ich kann ein gepflegtes Gespräch mit netten Menschen führen. Mein Hund und ich machen dann ja was gemeinsam“.

Nehmen wir diese Aussagen mal unter die Lupe.
Der Hund liegt in den meisten Fällen zu Hause und schläft. Wir gehen arbeiten oder machen den Haushalt etc..
Irgendwann nehmen wir uns dann die Zeit und gehen mit dem Hund raus. Wir benötigen ja auch mal frische Luft zum Abschalten.
Jetzt sind wir im Freizeit-Modus und für den Hund kommt der Arbeits-Modus.
Er geht raus, schnüffelt welcher Hund wann und wo vorbei gegangen ist. Er verrichtet sein Geschäft und markiert seine Stellen, damit die anderen Hunde auch was zum Lesen haben. Er geht seiner Genetik nach und sucht Geruchsspuren von jagdbaren Objekten, da das sein Job ist. Er geht seiner natürlichen Arbeit nach.
Wir Menschen gehen unseren Weg und der Hund geht seinen.

Dann kommt der Zeitpunkt, an dem wir Menschen uns ärgern, dass uns der Hund nicht mehr beachtet, da er die Nase nur noch auf dem Boden hat. Wir schimpfen, ziehen an der Leine und sind genervt. Es kommt wie es kommen muss, der Spaziergang macht uns keinen Spaß mehr und wird zu einer leidigen Tätigkeit.

Die Lösung für dieses Problem ist relativ einfach:

Wir Menschen müssen umdenken und unseren Hunden wieder eine Orientierung geben. Unser Handy sollten wir nur noch für den Notfall mitführen.
Wir geben unseren Hunden auf den Spaziergängen Aufgaben.

Ich höre schon die Einwände von euch!

Na toll, wie soll ich das denn machen?
Ich möchte auch Freizeit haben!
Mein Hund soll nicht den ganzen Spaziergang „Fußgehen“ usw..

Ich kann Dich beruhigen, Du brauchst Deinen Hund nicht den ganzen Spaziergang beschäftigen.
Es reichen schon kurze Sequenzen die in den täglichen Spaziergang eingebaut werden.
Nehme Dir dafür 10 Minuten Zeit und teile diese in drei Einheiten auf.
In den drei Einheiten kannst Du kleine gemeinsame Suchspiele machen -was meinst Du, was sich Dein Hund wundert, wenn Du so tust, als ob Du ein Leckerchen im Gras gefunden hast und es ihm dann auch noch gibst-; verstecke Leckerchen in der Rinde eines Baumes oder auf einem Holzstapel; mach Orientierungstraining -gerne zeige ich dir wie das geht-; übe die Leinenführigkeit; übe die Basissignale -wie „Sitz“, „Platz“ „Fuß“ etc.-; oder lasst deinen Hund absitzen und werfe einen Ball, den dein Liebling aber erst nach der Freigabe holen darf; auch der Abruf lässt sich super in einen Spaziergang einbauen.

Macht Dich einfach wieder interessant, denn Du gehst mit deinem Hund.

Durch diese Aktivitäten wird sich Dein Hund wieder mehr an Dir orientieren, da er nicht weiß wann Du was mit ihm macht.  Du wirst nach und nach herausfinden, wie schön das ist, wenn Dein Hund vermehrt sich nach Dir umschaut, während er einfach auch nur Hund sein darf.
Du wirst neue Facetten in der Mensch-Hund-Bindung entdecken.

Und das wichtigste an allem:
Du wirst dein Handy nicht vermissen, da Deine Aufmerksamkeit entweder bei Deinem Hund oder der Natur in Deinem Umfeld ist. All dies würdest Du bei der Benutzung deines Handys nicht wahrnehmen.

Mein Wunsch an Dich:

Genieße jede Minute Deines Lebens. Eine Immer-Erreichbarkeit sollte eine untergeordnete Stelle einnehmen egal ob Du mit Deinem Partner, Kind, Freund oder Deinem Hund unterwegs bist.

Wenn ich dich zum nachdenken angeregt habe und du mehr über Möglichkeiten eine gemeinsame Zeit erfahren willst, melde dich bei mir per Telefon 0172/9324678 oder per Email kontakt@hundeschule-sarstedt.de.

In diesem Sinne

Deine Kirsten
Hundeerziehung