Ein Blick hinter den Kulissen
Warum Trainingsausfälle mehr sind als „nur eine Absage“
Im Alltag einer Hundeschule läuft vieles, was nach außen kaum sichtbar ist. Trainings, Kurse und Beratungen wirken oft leicht und selbstverständlich – doch im Hintergrund steckt eine Menge Organisation, Vorbereitung und interne Abstimmung. Und genau deshalb ist ein Thema besonders sensibel: Trainingsausfälle und kurzfristige Absagen.
Warum sie uns wirklich ärgern – und zwar fachlich, nicht persönlichÜber jeden Trainingsausfall und jede kurzfristige Absage ärgern wir uns – nicht aus Prinzip, sondern weil dahinter ein komplexer Ablauf steht.
Für jedes Team bereiten wir Inhalte vor, strukturieren Trainingsziele und planen Ressourcen. Ein Ausfall bedeutet immer, dass Vorarbeit ins Leere läuft und wertvolle Zeitfenster blockiert werden, die ein anderes Team dringend gebraucht hätte.
Was viele nicht sehen: Hintergrundprozesse sind Teil der LeistungUm die Prozesse im Hintergrund sauber abzubilden, braucht es Zeit – viel Zeit.
Analyse, Dokumentation, Vorbereitung, interne Abstimmungen, Materialmanagement, Kommunikation und Nachbereitung laufen bei jedem Training mit. Diese Arbeit siehst du nicht auf dem Platz, aber sie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Qualität.
All diese Schritte sind bereits in unserer Preiskalkulation berücksichtigt.
Nicht als Zusatz, sondern als Fundament. Ohne diese Struktur gäbe es keine klaren Trainingsziele, keine individuelle Begleitung und keine stabile Entwicklung über mehrere Wochen.
Trainingserfolge, Weiterentwicklung und eine starke Gemeinschaft liegen uns sehr am Herzen. Und genau deshalb investieren wir so viel in diese Vor- und Nacharbeit.
Gleichzeitig sind wir ein Dienstleistungsunternehmen – mit dem Anspruch, professionell, effizient und fair zu arbeiten. Verlässliche Termine und planbare Abläufe gehören zu dieser Zusammenarbeit dazu.
Individualisierung braucht VerlässlichkeitDamit du und dein Hund ein Training bekommt, das Fachlichkeit und Struktur verbindet, wird jede Einheit individuell vorbereitet:
Analyse, Zielabstimmung, Trainingsplan, Anpassungen für den aktuellen Entwicklungsstand.
Fällt der Termin kurzfristig weg, reißen diese Prozesse auf – und die kontinuierliche Entwicklung deines Hundes rutscht ins Stocken.
Teamwork intern – warum Ausfälle das gesamte System berührenMein Team arbeitet eng abgestimmt: Terminplanung, interne Übergaben, Platzbelegung, Materialvorbereitung.
Eine kurzfristige Absage ist nicht nur eine Lücke im Kalender – sie setzt an mehreren Stellen im Hintergrund eine Kettenreaktion in Gang.
Alles muss umgeplant, verschoben oder neu strukturiert werden. Energie, die wir eigentlich in aktive Trainingsprozesse investieren möchten.
Fairness gegenüber anderen Teams
Jeder Ausfall bedeutet auch:
Endweder müssen wir Gruppentrainings absagen oder andere hätten gern diesen Platz bekommen.
Regelmäßigkeit ist für Trainingserfolg entscheidend – und wir versuchen, allen Teams gerecht zu werden.
Damit das gelingt, brauchen wir auf beiden Seiten ein Mindestmaß an Verlässlichkeit.
Was wir uns wünschen: Transparenz & frühzeitige KommunikationUns geht es nicht um starre Regeln, sondern um eine professionelle Zusammenarbeit.
Wenn etwas dazwischenkommt – melde dich früh.
Je eher wir Bescheid wissen, desto besser können wir Ressourcen umverteilen.
So schaffen wir eine Trainingsstruktur, die stabil bleibt und echte Entwicklung ermöglicht – für dich und deinen Hund.
Pubertät – die Phase, in der dein Hund deine klarste Haltung braucht
Warum die Pubertät das Fundament der Welpenzeit sichtbar macht
Die Pubertät ist die Phase im Hundeleben, in der sich schlagartig zeigt, wie stabil das Fundament aus der Welpenzeit wirklich ist. Viele Menschen sind überrascht, wenn der ehemals kooperative Jungspund plötzlich Signale ignoriert, impulsiv reagiert, unsicher wird oder ohne ersichtlichen Grund wieder überdrehte oder konfliktgeladene Verhaltensweisen zeigt. Genau hier beginnen die ersten großen Aha-Momente: In der Pubertät kommen die Themen hoch, die in der Welpenzeit nicht sauber aufgebaut wurden. Dazu gehören insbesondere:
• fehlende Ruhe
• unklare Strukturen
• zu wenig Orientierung am Menschen
• zu viel Freilauf ohne Führung
• ein hoher Außenfokus
• zu geringe Grenzen oder inkonsistente Regeln
All das bleibt im Nervensystem gespeichert und fällt im jungen Alter kaum auf. Doch in der Pubertät zeigt sich alles ungeschminkt. Deshalb ist es wichtig, diese Zeit nicht einfach „auszusitzen“, sondern sie als Entwicklungsfenster zu begreifen – ein Zeitfenster, das Haltung, Klarheit und Struktur erfordert und dir ermöglicht, bewusst nachzusteuern.
Neurobiologie: Warum dein Hund gerade anders reagiert
Um zu verstehen, warum dein Hund plötzlich so anders wirkt, lohnt sich ein Blick ins Hundehirn. Viele Verhaltensweisen sind keine „Absicht“ oder Provokation, sondern neurobiologisch erklärbar. Die Pubertät ist eine massive Umbauphase: Strukturen werden neu vernetzt, bewertet, sortiert und gleichzeitig emotional überflutet. Die wichtigsten Bereiche sind dabei:
• der präfrontale Cortex – Zentrum für Impulskontrolle, Entscheidungen und Orientierung
• das limbische System – emotionale Schaltzentrale, zuständig für Angst, Unsicherheit, Überforderung
• das dopamingetriebene Belohnungssystem – verstärkt die Suche nach intensiven Reizen
Was das konkret bedeutet
Der präfrontale Cortex ist weniger zuverlässig nutzbar. Das führt zu:
• impulsiveren Reaktionen
• schlechterer Abrufbarkeit bekannter Signale
• intensiverer Wahrnehmung von Reizen
• stärkerer Emotionalität
Das limbische System reagiert empfindlicher – kleine Reize reichen, um den Hund zu überfluten. Gleichzeitig nimmt die Fähigkeit zur Selbstberuhigung ab. Die Reizfilter stehen weit offen, das Stresssystem springt schneller an und die Regulation dauert länger. Das Belohnungssystem verstärkt die Suche nach schnellen Eindrücken: schnelle Bewegungen, Geräusche, Gerüche, Kontakte. Je aufregender, desto interessanter.
Warum Selbstkontrolle jetzt kaum möglich ist
• Die neurologische „Bremse“ arbeitet unzuverlässig.
• Emotionen schießen schneller durch das System.
• Der Hund kann Situationen schlechter einschätzen.
• Viele Verhaltensweisen entstehen reflexartig, nicht bewusst.
• In Stressmomenten hat das Gehirn keinen Zugriff auf gelerntes Verhalten.
Für viele Menschen ist es ein Augenöffner, wenn sie verstehen, dass ihr Hund gerade nicht „gegen sie arbeitet“, sondern schlicht in einem Entwicklungsprozess steckt.
Die Spooky-Phase: Wenn das Weltbild kurz wackelt
Zwischen dem 7. und 14. Monat (manchmal früher, manchmal später) kommt die sogenannte Spooky-Phase. Sie zeigt sich in:
• plötzlich auftretenden Unsicherheiten
• scheinbar grundlosen Schreckmomenten
• Fokussierung auf Schatten, Gegenstände oder Bewegungen
• Misstrauen gegenüber ungewöhnlichen Personen
• verstärkter Sensibilität auf Geräusche oder kleine Veränderungen
Neurologisch betrachtet sortiert der Hund seine Umwelt neu. Dinge, die er vorher automatisch als neutral abgespeichert hatte, werden erneut bewertet. Eine Art Sicherheitsupdate – nur ziemlich unkoordiniert.
Warum die Spooky-Phase so wertvoll ist
• Sie zeigt, wie sicher der Hund ist.
• Sie zeigt, wie stark er sich am Menschen orientiert.
• Sie zeigt, wie gut Ruhe und Struktur sitzen.
• Sie zeigt, wo noch Baustellen liegen.
Ein Hund, der gelernt hat, dass der Mensch Entscheidungen übernimmt, kommt besser durch diese Phase.
Was die Pubertät über die Welpenzeit verrät
Bereiche, die in der Welpenzeit gefehlt haben und jetzt sichtbar werden:
• fehlende Grenzen und Orientierung
• zu viel Handlungsspielraum
• mangelnde Ruhezeiten
• übermäßige Reizangebote
• unklare Strukturen
• fehlendes Erwartungsmanagement
• zu frühe Freiheiten
• fehlendes Management in sozialen Situationen
Diese Erkenntnis ist kein Vorwurf. Sie ist ein Hinweis – und gleichzeitig eine enorme Chance, jetzt nachzuarbeiten.
Warum dein Hund jetzt Halt im Außen sucht – und du das Außen bist
Ein pubertierender Hund kann sich selbst nur begrenzt regulieren. Deshalb sucht er unbewusst nach Halt im Außen – und dieser Halt bist du. Im Trainingsalltag sieht man deutlich:
• Sobald der Mensch innerlich klar ist, orientiert sich der Hund.
• Eine ruhige, konsequente Haltung reguliert das Nervensystem schneller als Worte.
• Grenzen schaffen Sicherheit.
• Wiederholbare Abläufe entlasten das Gehirn.
• Emotionale Ruhe wirkt stabilisierend.
• Weniger Worte, mehr Körpersprache.
Warum Haltung jetzt wichtiger ist als Technik
Der Hund folgt nicht dem Kommando – er folgt der Klarheit.
Der Hund folgt nicht der Stimme – er folgt der Entscheidung.
Der Hund folgt nicht der Theorie – er folgt deiner Körpersprache.
Praxisbeispiele: Sofort spürbare Veränderungen
• Ein überdrehter Hund fährt herunter, wenn der Mensch sein Tempo senkt.
• Ein unsicherer Hund orientiert sich, wenn der Mensch weitergeht.
• Ein Hund im Außenfokus wird ansprechbar, wenn der Mensch entscheidet.
• Ein impulsiver Hund bleibt ruhiger, wenn der Mensch Raum führt.
Diese Situationen zeigen, wie schnell Verhalten kippt, wenn der Mensch innere Führung übernimmt.
Die sieben Leitlinien für Stabilität in der Pubertät
• Klare Entscheidungen
• Strukturierte Abläufe
• Grenzen
• Emotionale Ruhe
• Strategisches Management
• Reduzierter Außenfokus
• Aufbau echter Impulskontrolle
Fazit: Pubertät ist ein Entwicklungsgeschenk
Die Pubertät ist die Phase, in der Teams zusammenwachsen – wenn der Mensch Verantwortung übernimmt. Mit Klarheit, Struktur und ruhiger Haltung entsteht ein Erwachsener Hund, der stabil, belastbar und sicher durchs Leben geht. Pubertät ist kein Chaos. Sie ist ein wertvoller Entwicklungsschritt, in dem du deinem Hund Orientierung gibst und das Fundament für seine Zukunft legst.
Respektvoll mit Hund
🚶♀️ Das Problem mit der Selbstverständlichkeit
Viele Hundebesitzer sind so sehr auf ihr eigenes Tier konzentriert, dass sie das Umfeld ausblenden. Es wird automatisch angenommen, dass alle anderen den Kontakt genauso angenehm finden. Doch das ist ein Trugschluss.
Nicht jeder möchte, dass ein fremder Hund auf ihn zustürmt, an ihm hochspringt oder seinen eigenen Hund anschnüffelt. Gründe dafür gibt es viele:
– persönliche Grenzen
– Angst oder schlechte Erfahrungen
– Allergien
– oder schlicht, weil gerade Training, Arbeit oder Ruhe angesagt ist.
Diese Selbstverständlichkeit zieht sich durch viele Lebensbereiche mit Hund.
Einige alltägliche Beispiele:
🐶 Auf fremden Grundstücken:
Manche Hunde werden einfach „mal eben“ aufs Nachbargrundstück gelassen oder laufen beim Spaziergang über private Wiesen. Auch wenn der Hund nur „mal schnüffeln“ will – für den Grundstücksbesitzer ist das eine Grenzüberschreitung.
🚗 Autos anpinkeln:
Ein weiterer Klassiker: Der Hund hebt am Autoreifen eines Fremden das Bein. Für viele Halter „nicht schlimm“ – für den Autobesitzer ein Ärgernis. Respekt bedeutet hier, darauf zu achten, wo sich der Hund löst.
🌿 Lösen auf fremden Flächen:
Wiesen, Einfahrten oder Vorgärten sind keine Hundetoiletten. Auch wenn es „nur ein bisschen Gras“ ist – für den Eigentümer ist es sein gepflegter Bereich. Hundekot gehört aufgenommen, und auch Urin hat auf fremdem Eigentum nichts zu suchen.
💬 Warum Rücksichtnahme so wichtig ist
Rücksicht und Respekt sind die Basis für ein harmonisches Miteinander – nicht nur unter Menschen, sondern auch im Zusammenspiel mit Hunden.
Im Hundetraining ist Rücksicht besonders entscheidend: Wenn ein anderer Hund ungefragt Kontakt aufnimmt, kann das Training gestört oder sogar komplett zunichtegemacht werden.
Ein Hund, der gerade an seiner Impulskontrolle oder Leinenführigkeit arbeitet, braucht Konzentration – und keinen ungebetenen Spielpartner.
Ein kurzer Moment der Achtsamkeit, eine höfliche Frage wie
„Ist es in Ordnung, wenn mein Hund kurz zu Ihnen kommt?“
– das genügt, um Missverständnisse zu vermeiden und gegenseitigen Respekt zu zeigen.
🔄 Die Perspektive wechseln – Empathie zeigen
Versuchen wir, uns in das Gegenüber hineinzuversetzen:
Wie würde ich mich fühlen, wenn jemand einfach entscheidet, was ich möchte oder brauche?
Empathie bedeutet, nicht nur auf die eigenen Bedürfnisse oder die des Hundes zu achten, sondern auch auf die der anderen – ob Mensch oder Tier. Ein „Nein“ zu akzeptieren ist kein Affront, sondern Ausdruck von Respekt.
❤️ Mein Appell an alle Hundebesitzer
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Fragen Sie, bevor Ihr Hund Kontakt zu anderen Menschen oder Hunden aufnimmt.
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Akzeptieren Sie, wenn jemand Nein sagt – ohne beleidigt zu sein.
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Achten Sie darauf, wo Ihr Hund sich löst oder markiert – insbesondere auf fremdem Eigentum.
-
Bleiben Sie achtsam: Nicht jeder liebt Hunde, und das ist in Ordnung.
🌈 Fazit: Rücksicht ist keine Schwäche – sie ist Stärke
Hundetraining ist nicht nur Arbeit mit dem Tier, sondern auch mit sich selbst und dem Umfeld.
Wer achtsam, respektvoll und empathisch handelt, schafft die Grundlage für ein friedliches Miteinander – egal ob mit oder ohne Hund.
Rücksichtnahme ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn für alle.
Partnerschaft entsteht, wenn Nähe freiwillig wird
Was in der Nähe und Statik nicht funktioniert, wird uns in der Distanz und Energie auf die Füße fallen
Die Kunst der Konsequenz – warum Eindeutigkeit mehr Orientierung schafft als Strafe
Wir wünschen uns, dass unsere Hunde zuverlässig auf uns reagieren – ob beim Rückruf, an der Leine oder im Freilauf. Doch viele Missverständnisse entstehen nicht in der Distanz, sondern ganz nah: im Alltag, in den kleinen Momenten, in denen wir unklar werden.
Denn was in der Nähe und Statik – also in Ruhe und Alltagssituationen – nicht funktioniert, wird uns in der Distanz und Energie – also bei Bewegung, Aufregung und Freiheit – auf die Füße fallen.
Konsequenz bedeutet hier nicht Strenge, sondern Eindeutigkeit. Sie ist der Schlüssel, mit dem wir unseren Hunden Orientierung geben, ohne sie zu verunsichern oder zu bestrafen.
Konsequenz ist Eindeutigkeit, nicht Strafe
Viele Menschen verwechseln Konsequenz mit Härte oder Strafe. Doch das Gegenteil ist der Fall: Konsequenz ist ein Ausdruck von Klarheit – und Klarheit schafft Sicherheit.
Wenn ich meinem Hund sage: „Bleib hier“, dann sollte das für ihn eindeutig sein. Wenn ich es dann doch zulasse, dass er sich entfernt, entsteht ein Widerspruch zwischen Wort und Handlung. Für uns mag das harmlos erscheinen – für den Hund ist es verwirrend.
Ein Hund lernt nicht aus unserer Absicht, sondern aus dem, was tatsächlich passiert. Wenn wir also etwas erlauben, obwohl wir „Nein“ gesagt haben, lernt er:
„Meine Bezugsperson meint nicht, was sie sagt.“
Das hat nichts mit mangelndem Gehorsam zu tun, sondern mit fehlender Eindeutigkeit.
Warum Unklarheit für Hunde Stress bedeutet
Hunde sind Meister im Lesen unserer Körpersprache und Energie. Sie spüren sofort, wenn unsere Haltung nicht zu unseren Worten passt.
Ein Beispiel:
Wir sagen „Sitz“, der Hund steht auf – und wir reagieren nicht. Für den Hund bedeutet das: „Sitz“ ist ein loses Angebot.
Beim nächsten Mal steht er wieder auf – und wir werden lauter oder ungeduldig. In diesem Moment entsteht Verwirrung, nicht Orientierung.
Ein klarer Mensch hingegen bleibt ruhig, steht zu seiner Aussage und sorgt mit kleiner, ruhiger Körpersprache dafür, dass der Hund wieder ins „Sitz“ zurückkehrt. Kein Schimpfen, kein Druck – nur Eindeutigkeit. Das ist Konsequenz in ihrer reinsten Form: ruhig, klar, vorhersehbar.
Von Hunden lernen: Konsequenz als natürliche Kommunikation
Unter Hunden gibt es keine Strafen im menschlichen Sinn. Es gibt klare, rechtzeitige Korrekturen – kleine Impulse, die Orientierung schaffen, bevor etwas aus dem Ruder läuft.
Ein Blick, ein kurzes Abblocken, eine Veränderung der Körperhaltung – mehr braucht es oft nicht. Diese Signale sind energetisch eindeutig und deswegen so effektiv.
Wenn wir lernen, ähnlich klar und frühzeitig zu reagieren, schaffen wir dieselbe Sicherheit. Konsequenz ist also keine emotionale Reaktion, sondern ein bewusster Ausdruck von Führung und Achtsamkeit.
Konsequenz schafft Vertrauen – und echte Verbindung
Ein Hund, der weiß, was sein Mensch meint, kann sich entspannen.
Er muss nicht ständig ausprobieren, was gilt und was nicht.
Konsequenz bedeutet:
- Ich meine, was ich sage.
- Ich handle entsprechend.
- Ich bleibe ruhig, egal, was passiert.
Diese innere Haltung überträgt sich auf den Hund. Sie macht uns verlässlich – und Verlässlichkeit ist das Fundament jeder Beziehung.
Konsequenz baut Vertrauen, weil sie vorhersehbar und fair ist.
Und genau hier liegt die beste langfristige Belohnung:
Nicht der Keks, nicht das Spielzeug – sondern das Gefühl, als echtes Team miteinander zu laufen.
Wenn Hund und Mensch in gleicher Energie, mit gegenseitigem Vertrauen und klarer Kommunikation unterwegs sind, ist das die tiefste Form von Belohnung, die es geben kann.
Arbeit in der Nähe als Fundament für Distanzarbeit
Wenn ein Hund in der Nähe nicht ruhig und aufmerksam sein kann, wird er in der Distanz kaum ansprechbar sein.
Deshalb beginnt Orientierung immer im Kleinen:
- In der Ruhe.
- In klaren Momenten.
- In Situationen, in denen wir Eindeutigkeit üben können.
Hunde leben und agieren in Räumen.
Und was gibt es Schöneres, als wenn ein Hund sich frei bewegen darf – ohne Leine, ohne Druck – und sich trotzdem freiwillig nicht weiter als fünf bis zehn Meter entfernt, weil wir ihm wichtig sind.
Er bleibt in unserem Raum, nicht aus Zwang, sondern aus Verbundenheit.
Das ist gelebte Orientierung: der Hund hält Kontakt, weil er will, nicht weil er muss.
Wenn wir in der Nähe konsequent – also eindeutig – sind, entsteht diese Stabilität. Und genau sie trägt uns, sobald Energie, Bewegung oder Reize ins Spiel kommen.
Fazit: Eindeutigkeit ist die wahre Konsequenz
Konsequenz ist kein Machtinstrument, sondern eine Form von Respekt und Verantwortung.
Sie sagt: „Ich führe dich klar, damit du dich sicher fühlst.“
Wer in der Nähe eindeutige Botschaften sendet, bekommt auf Distanz eindeutige Antworten.
Wer in der Ruhe klar bleibt, behält auch in Bewegung die Verbindung.
Wer in seiner inneren Haltung konsequent ist, führt mit Herz – und schafft eine Beziehung, die auf Vertrauen und Klarheit ruht.
Denn am Ende zählt nicht, wie laut oder streng wir sind, sondern wie klar und verlässlich wir handeln.
Was in der Nähe unklar bleibt, wird uns in der Distanz begegnen –
doch was in der Nähe klar wird, trägt uns als Team durchs Leben.
Reaktive Hunde – verstehen statt zu brechen
Reaktive Hunde – verstehen statt zu brechen
Warum falsche Trainingsansätze gefährlich sind
Reaktive Hunde begegnen mir in meiner Arbeit beinahe täglich. Es sind Hunde, die schon bei den kleinsten Auslösern überreagieren, die kaum zur Ruhe kommen, die in einer eigentlich normalen Umwelt wie in einem Sturm stehen. Und ich sehe jedes Mal nicht nur die Hunde, die innerlich verzweifeln, sondern auch die Halter, die müde, erschöpft und emotional am Ende sind, weil sie ihrem Hund helfen wollen – aber immer wieder in Sackgassen geraten. Dieses Thema liegt mir deshalb so sehr am Herzen, weil es hier um mehr geht als um Training. Es geht um das emotionale Wohl dieser Hunde, um ihre Lebensqualität – und um die Menschen, die sie begleiten.
Was bedeutet Reaktivität wirklich?
Reaktivität ist nicht einfach „Bellen an der Leine“ oder „Ungehorsam“. Es bedeutet, dass ein Hund Reize aus seiner Umwelt viel stärker wahrnimmt und darauf intensiver reagiert als andere. Für reaktive Hunde fühlt sich ein Spaziergang so an, als würden sie gleichzeitig in einem lauten Konzert, auf einem Jahrmarkt und in einem Gewitter stehen – und das jeden Tag. Jedes Geräusch, jede Bewegung, jeder Geruch kann ein Auslöser sein. Für den Menschen sieht das dann aus wie Bellen, Zerren, Knurren, Zittern oder Ausrasten. Für den Hund ist es blanke Überforderung.
Das Wichtigste ist: Ein reaktiver Hund ist nicht böse, nicht dominant, nicht stur. Er ist sensibel. Er ist überfordert. Seine Stress-Ampel springt viel schneller auf Rot als bei anderen. Er kann Reize nicht sortieren, nicht filtern, nicht verarbeiten. Und während andere Hunde entspannt an einem Radfahrer vorbeigehen, bricht für ihn die Welt zusammen.
Die unsichtbare Last
Was mich so bewegt: Diese Hunde leiden still. Sie stehen unter einer ständigen inneren Anspannung, die sie zermürbt. Schlaflosigkeit, ständige Wachsamkeit, fehlende Erholung – das alles frisst an ihrem Nervensystem. Und auch die Menschen leiden. Viele Halter fühlen sich schuldig, beschämt, überfordert. Sie hören von allen Seiten, sie hätten ihren Hund „nicht im Griff“. Fremde rufen ihnen beim Spaziergang zu, sie müssten den Hund „endlich mal erziehen“. In Social Media lesen sie Kommentare, die verurteilen, statt Verständnis zu zeigen. Und sie greifen nach jedem Strohhalm – aus Liebe zum Hund. Aber oft sind diese Strohhalme falsch.
Falsche Wege, die noch mehr zerstören
Immer wieder sehe ich Hunde, die durch falsche Trainingsmethoden noch tiefer in ihrer Not gefangen sind. Welpenspielgruppen, die chaotisch und überladen sind, sollen „sozialisieren“. Für sensible Hunde sind sie nichts als Panik pur. Zwangsmaßnahmen wie Festbinden, Werfen von Gegenständen oder Durchprügeln durch schwierige Situationen hinterlassen tiefe Spuren. Auch scheinbar positive Ansätze können schaden: Hunde, die permanent mit Keksen überhäuft werden, lernen nicht, mit ihren Gefühlen umzugehen. Sie hängen in einer Erwartungsschleife fest. Bleibt die Belohnung aus, kippen sie. Sie lernen nicht Selbstkontrolle, sondern noch mehr Abhängigkeit. Und so landen viele Hunde mit einem zusätzlichen Stempel: „aggressiv“, „unerzogen“, „Problemhund“. Dabei sind sie einfach verzweifelt.
Mich ärgert ein Missverständnis besonders
Was mich immer wieder ärgert, ist die Behauptung, dass Raumverwaltung aversives Training sei. Gerade für reaktive Hunde ist es wichtig, dass wir Menschen ihnen helfen, indem wir die imaginären Räume bewusst verwalten und klein halten. Was nützt es einem Hund, der aus purer Überforderung wie ein Brummkreisel um den Menschen herumrennt? Richtig: nichts. Wenn ich ihm aber kleinschrittig zeige, wie er damit besser klarkommen kann, bekommt er ein Stück Lebensgefühl zurück.
Diese Hunde haben ohnehin schon Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren. Aus Überforderung und Unsicherheit zeigen sie oft Signale von Kontrollverlust. Ein Hochspringen bedeutet nicht automatisch Freude – in meiner Arbeit ist es das selten. In den meisten Fällen signalisiert der Hund deutlich, dass er mehr Abstand braucht. Schaut doch bitte genauer hin: Was zeigt der Hund wirklich? Welches Bedürfnis steckt hinter seinem Verhalten? Raumverwaltung ist in diesem Zusammenhang keine Strafe, sondern Unterstützung und Sicherheit.
Körperliche Folgen von Dauerstress
Es gibt auch Hunde, die in Momenten des völligen Kontrollverlusts aggressives Verhalten gegenüber ihrem eigenen Halter zeigen. Diese Aggression entsteht nicht aus Bosheit, sondern aus purer Reizüberflutung und Überforderung. In solchen Situationen bleibt manchmal nur die Möglichkeit, den Hund zu seiner eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der Menschen in seine Box zu tragen. Dort fährt er oft sofort herunter, weil die Reizflut gestoppt ist und er zur Ruhe kommen kann. Der Weg dorthin jedoch ist häufig gepflastert mit Abwehrverhalten wie Beißen oder massiver Gegenwehr. Solche Ausschnitte aus dem Alltag werden von der Außenwelt schnell bewertet, ohne dass jemand die Hintergründe versteht oder hinterfragt. Für Außenstehende sieht es aus wie Aggression oder fehlende Erziehung – in Wahrheit ist es ein Hilfeschrei eines überforderten Hundes.
Zusammenspiel von Rassedispositionen und Reaktivität
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Zusammenspiel von genetischen Veranlagungen und Reaktivität. Es gibt Rassen, die aufgrund ihrer Zuchtgeschichte prädestiniert sind, schneller und intensiver auf Reize zu reagieren. Wenn bei der Auswahl der Zuchthunde nicht sorgfältig genug hingeschaut wird, wenn Stressanfälligkeit, Unsicherheit oder Überempfindlichkeit weitervererbt werden, entstehen Linien, in denen Reaktivität regelrecht verankert ist. Leider geschieht genau das immer wieder. Statt Stabilität, Belastbarkeit und Gelassenheit als wichtige Zuchtziele zu verfolgen, wird zu oft nur auf Optik, Mode oder Leistung in einzelnen Disziplinen geschaut. Für die betroffenen Hunde bedeutet das ein Leben, in dem sie schon von Beginn an eine geringere Toleranzschwelle mitbringen – und für die Halter eine zusätzliche Herausforderung, die vermeidbar gewesen wäre.
Körperliche Folgen von Dauerstress
Ein weiteres Indiz für eine mentale Überforderung kann sich körperlich zeigen: Manche Hunde kratzen sich ständig, knibbeln an den Pfoten, verlieren Fell oder entwickeln Hautprobleme. Oft beginnt dann eine wahre Odyssee: Der passende Tierarzt wird gesucht, Ausschlussdiäten gestartet, Spezialfutter ausprobiert. Meistens wird von einer Futtermittelunverträglichkeit ausgegangen. Doch währenddessen ist der Hund bereits durch den ständigen Durchfall geschwächt, der Darm ist in Mitleidenschaft gezogen, und es entsteht ein Kreislauf, aus dem viele Halter nicht mehr herausfinden.
Hier spielt die Reaktivität eine immense Rolle. Dauerstress beeinflusst die Verdauung massiv. Nährstoffe werden schlechter aufgenommen, wichtige Bausteine des Futters nicht richtig verarbeitet. Das wirkt sich wiederum direkt auf das Verhalten aus: Ein Hund, der körperlich im Ungleichgewicht ist, kann mental noch schlechter regulieren. Genau deshalb ist es so wichtig, dass solche Fälle von Tierärzten und Ernährungsberatern sorgfältig und ganzheitlich betrachtet werden. Doch leider passiert oft das Gegenteil (Ausnahmen bestätigen die Regel): Es wird nur am Symptom gearbeitet, nicht an der Ursache – dem Dauerstress.
Die Verlockung von Social Media und Onlinekursen
Ich verstehe die Halter, die nach Lösungen suchen. Sie sind müde, sie wollen endlich Ruhe, endlich Normalität. Da wirken Angebote im Netz wie ein Rettungsanker: schnelle Tipps, teure Kurse, Bootcamps, die das Blaue vom Himmel versprechen. Doch diese Angebote funktionieren vielleicht bei unkomplizierten Hunden. Für reaktive Hunde sind sie oft Gift. Denn diese Hunde brauchen keine Standardlösung. Sie brauchen jemanden, der sie sieht. Jemanden, der ihre Körpersprache liest, ihre Signale versteht, die Dynamik zuhause wahrnimmt. Das kann kein Onlinekurs ersetzen. Es ist Geldmacherei auf dem Rücken von Menschen, die am Limit sind – und auf Kosten der Hunde, die immer tiefer in ihrer Verzweiflung stecken.
Was reaktive Hunde wirklich brauchen
Die Arbeit mit reaktiven Hunden sieht nach außen unspektakulär aus. Keine langen Runden, kein stundenlanges Bespaßen, keine schnellen „Erfolge“. Es geht um Ruhe. Es geht darum, die Welt zu entschleunigen. Ein Hund, der jeden Tag Reizfluten ausgesetzt ist, muss lernen, dass nichts tun erlaubt ist. Dass es sicher ist, einfach zu liegen. Dass er wahrnehmen darf, ohne sofort reagieren zu müssen. Manchmal bedeutet das, dass wir eine Woche lang denselben Weg gehen. Manchmal reicht ein kurzer Spaziergang. Manchmal ist das beste Training, wenn der Hund im Auto sitzt und einfach beobachtet. Und manchmal ist das größte Geschenk eine Box mit einer Decke darüber – endlich Schlaf, endlich Stille.
Nicht selten werden deshalb Spaziergänge bewusst nur sehr kurz und in ruhigen Gegenden gemacht, um die Hunde nicht zusätzlich zu überfordern. Das tägliche Training findet häufig zuhause statt – in einer möglichst reizarmen Umgebung. Dort können die Hunde kognitiv sinnvoll ausgelastet werden: kleine Futtersuchspiele, selbstwirksame Übungen, Entspannungsmassagen oder spezielle gymnastische Einheiten, da die Muskulatur oft permanent unter Spannung steht. Auch Balanceübungen können helfen, Körper und Geist zu stabilisieren. Je nach Hund kann zudem ein Clickertraining mit Freeshaping-Übungen zum Einsatz kommen, das die Konzentration fördert und dem Hund ein Gefühl von Selbstwirksamkeit gibt.
Auch Führung spielt eine große Rolle. Reaktive Hunde brauchen Halter, die ihnen Sicherheit geben, die ihnen sagen: „Ich habe dich. Du musst das nicht allein schaffen.“ Statt langer Schleppleinen, die sie in Reizgewitter schicken, hilft oft die Nähe am Menschen. Statt Daueraction hilft langsames, kleinschrittiges Erleben. Weniger Freiheit bedeutet für sie oft mehr Sicherheit. Die Arbeit mit reaktiven Hunden sieht nach außen unspektakulär aus. Keine langen Runden, kein stundenlanges Bespaßen, keine schnellen „Erfolge“. Es geht um Ruhe. Es geht darum, die Welt zu entschleunigen. Ein Hund, der jeden Tag Reizfluten ausgesetzt ist, muss lernen, dass nichts tun erlaubt ist. Dass es sicher ist, einfach zu liegen. Dass er wahrnehmen darf, ohne sofort reagieren zu müssen. Manchmal bedeutet das, dass wir eine Woche lang denselben Weg gehen. Manchmal reicht ein kurzer Spaziergang. Manchmal ist das beste Training, wenn der Hund im Auto sitzt und einfach beobachtet. Und manchmal ist das größte Geschenk eine Box mit einer Decke darüber – endlich Schlaf, endlich Stille.
Auch Führung spielt eine große Rolle. Reaktive Hunde brauchen Halter, die ihnen Sicherheit geben, die ihnen sagen: „Ich habe dich. Du musst das nicht allein schaffen.“ Statt langer Schleppleinen, die sie in Reizgewitter schicken, hilft oft die Nähe am Menschen. Statt Daueraction hilft langsames, kleinschrittiges Erleben. Weniger Freiheit bedeutet für sie oft mehr Sicherheit.
Wenn vermeintliche Lösungen zur Sackgasse werden
Eines der größten Missverständnisse ist die Kastration. Immer wieder höre ich den Rat: „Lass ihn kastrieren, dann wird er ruhiger.“ Doch Reaktivität verschwindet nicht mit einer Operation. Im Gegenteil, manche Hunde werden unsicherer, noch sensibler. Hormone sind Gegenspieler, die wichtig für die Entwicklung sind. Eine Kastration aus reiner Verhaltenshoffnung nimmt den Hunden genau diese Balance. Und was bleibt, ist ein Hund, der immer noch reaktiv ist – nur zusätzlich gehemmt in seiner Entwicklung.
Mein Blick auf die Arbeit
Wenn ich mit reaktiven Hunden arbeite, ist mein erster Schritt: zuhören. Ich will verstehen, wie das Leben des Hundes aussieht, welche Situationen ihn überfordern, welche Signale er schon zeigt. Ich will auch die Menschen verstehen, die mit diesem Hund leben – ihre Sorgen, ihre Ängste, ihre Erschöpfung. Denn Training bedeutet hier nicht, dass wir anderthalb Stunden Tricks üben. Training bedeutet oft, dass wir sitzen, beobachten, durchatmen. Dass wir Pausen zulassen, Momente verlangsamen. Dass wir in Zeitlupe vorgehen, bis der Hund begreift: Die Welt ist nicht bedrohlich. Und dass wir die Halter begleiten, ihnen den Druck nehmen, ihnen Mut machen, falsche Stimmen von außen auszublenden.
Es macht mich jedes Mal wütend und gleichzeitig tief traurig, wenn ich sehe, wie in vielen Fällen nicht genau hingeschaut wird. Wie Hunde in Schubladen gesteckt werden, anstatt ihre individuelle Geschichte zu betrachten. Wie wertvolle Zeit verstreicht, weil Symptome behandelt werden, statt die Ursachen zu erkennen. Für den Hund bedeutet das: Monate, manchmal Jahre voller Stress, Unsicherheit und Leid. Für die Halter bedeutet es, mit ihrem Hund auf der Stelle zu treten, Frust zu erleben und immer wieder zu hören, sie hätten versagt. Diese Zeit bekommen sie nicht zurück – und genau das zerreißt mir oft das Herz.
In meiner Arbeit geht es deshalb darum, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Ich nehme mir die Zeit, genau hinzusehen. Ich höre zu, ich frage nach, ich beobachte. Manchmal arbeite ich eine ganze Stunde lang nur daran, den Hund wieder atmen zu lassen. Manchmal bedeutet Training, dass wir einfach gemeinsam stillstehen, den Moment aushalten und lernen, dass es auch anders geht. Diese kleinen Schritte sind nicht spektakulär, aber sie sind die Basis für echte Veränderung. Und wenn ich dann sehe, wie ein Hund, der zuvor wie ein überdrehter Kreisel wirkte, zum ersten Mal innehält und ruhig wird, dann weiß ich: Genau dafür lohnt sich jede Minute.
Warum mir diese Hunde so am Herzen liegen
Ich brenne für die Arbeit mit reaktiven Hunden, weil sie mir zeigen, wie wichtig es ist, genauer hinzuschauen. Ich liebe es, die kleinen Dinge wahrzunehmen: ein Atemzug, ein kurzes Innehalten, ein erster Blick in die Welt ohne Angst. Diese Momente sind für mich unbezahlbar, weil sie den Hunden ein Stück Lebensqualität zurückgeben und den Menschen Hoffnung schenken. Reaktive Hunde sind keine einfachen Fälle, aber gerade das macht sie für mich so besonders. Ich möchte, dass sie gesehen werden, dass ihre Hilferufe verstanden werden und dass sie die Chance bekommen, in Ruhe und Sicherheit zu leben. Das ist der Grund, warum ich für diese Arbeit brenne und warum mir diese Hunde so sehr am Herzen liegen.
Fazit
Reaktive Hunde sind keine Problemhunde. Sie sind sensible Wesen, die die Welt intensiver spüren. Sie brauchen Verständnis, Geduld und Menschen, die sie wirklich sehen. Falsche Trainingsmethoden, Social-Media-Halbwissen und schnelle Onlineangebote verschärfen ihr Leid. Was sie brauchen, ist Ruhe. Struktur. Sicherheit. Und Training, das nicht auf Druck, sondern auf Entschleunigung basiert. Schritt für Schritt. Im Tempo des Hundes.
Diese Hunde schreien nach Hilfe – nicht laut, sondern still, in ihrem Verhalten, in ihrem ständigen Überdrehen. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zuzuhören. Sie zu sehen. Und ihnen den Raum zu geben, endlich wieder atmen zu können. Denn am Ende ist es das, was sie brauchen: eine Chance auf Ruhe und ein Leben, das sie nicht überrollt.
Moritz, der schwere Weg eines jungen Hundes
Moritz – Der schwere Weg eines jungen Hundes
Teil 1
Moritz wurde am 08. März 2023 geboren – ein aufgeweckter Welpe aus einem VDH-zertifizierten Züchterhaushalt, der gemeinsam mit acht Geschwistern in sein Leben startete. Am 05. Mai 2023, mit acht Wochen, zog er bei uns ein. Wir waren bereit für einen Neustart mit Hund – voller Hoffnung, Liebe und Verantwortungsbewusstsein.
Doch es kam anders. Viel zu anders.
Ein schlechter Start in eine gute Zukunft
Schon in den ersten Wochen zeigten sich die ersten Stolpersteine. Wir wollten Moritz bestmöglich fördern, doch es war schlichtweg keine Welpengruppe verfügbar. Erst als er elf Wochen alt war, fanden wir einen Platz – leider keine feste Gruppe, sondern wechselnde Hunde. Statt Spiel und Sozialkontakt gab es Korrekturen, Einschränkungen und ständigen Druck.
Moritz durfte nicht frei laufen, selbst kontrolliertes Spiel war unmöglich. Stattdessen wurde mit Wasser, klappernden Näpfen und Schlüsseln gearbeitet – aus seiner Sicht ständige Bedrohung. Die Folge: ein junger Hund, der nicht lernen konnte zu vertrauen.
Ein Ratschlag jagt den nächsten – keiner hilft
Ein Hausbesuch einer Trainerin brachte keine Entlastung – im Gegenteil. Der Rat: Moritz mit einem Haken in der Wand anzubinden, mit einer Rüttelflasche zu arbeiten, oder ihn am besten direkt abzugeben. Moritz war gerade fünf Monate alt. Und wir? Wir waren verzweifelt, beschämt, hilflos.
Statt echter Hilfe wurde uns immer wieder vermittelt: „Ihr seid das Problem.“
Als auch noch unsere Tierärztin zur baldigen Kastration riet, fühlten wir uns zunehmend überfordert. In unserer Not wandten wir uns an eine bekannte Trainerin – doch was dort geschah, erschütterte uns zutiefst. Moritz wurde angeschrien, massiv körperlich bedrängt, fast gewürgt, in einer eskalierenden Situation sogar getreten und beschimpft. „Scheiß Köter“ – dieses Wort brennt sich ein. Wir brachen alles ab.
Am Telefon wurden wir danach wüst beschimpft – weil wir uns schützend vor unseren Hund gestellt hatten.
Verloren im Therapiedschungel
Auf Anraten der Tierärztin folgte eine Verhaltenstherapie. Der erste Termin: knapp 1000 Euro. Das Ergebnis: Leckerli, Handout, Maulkorbberatung. Moritz bekam Käse – für jeden Blick. Doch unser Alltag wurde nicht leichter, unser Gefühl nicht sicherer, unsere Sorgen nicht kleiner.
Nach wenigen Wochen, weiteren teuren Besuchen und zunehmender Erschöpfung nahmen uns die Züchter Moritz für eine Woche ab – mehr als ein kurzes Durchatmen war das aber nicht. Sie wollten ihn nicht zurück. Und uns wurde geraten: Hundeinternat.
Training, das mehr kaputt macht als heilt
Moritz verbrachte drei Wochen im Hundeinternat – lebte mit der Trainerin, ihren Hunden, sogar zeitweise mit kleinen Kindern. Der Umgang: streng. Leinenruck für die Leinenführigkeit, Training mit Maulkorb samt Metall-Stirnriemen. Wir bekamen Einzelstunden, lernten mit – doch das Fundament blieb brüchig. Die Hilflosigkeit wuchs. Die Kosten explodierten. Der Druck auf Moritz stieg.
Nächster Versuch, nächste Verletzung
Kurz danach: neue Hundeschule, neue Trainerin, neue Hoffnung. In der ersten Gruppenstunde: acht andere Hunde, viel Hektik, viele Reize. Nach der zweiten Stunde hatte Moritz eine tiefe Schnittwunde an der Pfote – vier Wochen Trainingspause.
Doch schlimmer als die körperliche Wunde war das Gefühl: Wir wussten nicht mehr, wem wir glauben sollten. Oder uns überhaupt noch trauen konnten.
Noch vor dem dritten Training wurde Moritz – ohne tiefere Aufklärung – ein Kastrationschip gesetzt. Unser Hund war gerade einmal neun Monate alt. Zusätzlich wurde uns empfohlen, ihm Beruhigungsmittel zu geben. Auch das lehnten wir ab.
Druck statt Beziehung
Im weiteren Training wurde mit Druck gearbeitet: Leinenruck, Napf- oder Eimerwurf, Wasserflaschen, Schellen. Übungen wurden mit Sitz-Platz-Zwang durchgezogen, Maulkörbe waren Standard, Bindung nebensächlich. Hunde wurden angebunden, weggeschickt, zurechtgewiesen. Für „Härtefälle“ wurde sogar das Sprüh- oder Elektrohalsband empfohlen – wenn auch nur „vertraulich“.
Hausbesuche? Fehlanzeige. Einzige Ausnahme: eine private Gefälligkeit bei unserem Gartenproblem, als Moritz am Zaun pöbelte.
Unser Hund litt. Und wir mit ihm.
Er bekam Verdauungsprobleme. Unsere Tierärztin riet zu einer reinen Pferdefleischfütterung – ohne Untersuchung. Es war der Tiefpunkt. Emotional, körperlich, seelisch.
Ein unerwarteter Lichtblick
Wir begannen, selbst zu recherchieren. Und stießen auf eine Hundeschule, bei der sich alles anders anfühlte: respektvoll, ruhig, fundiert. Keine Gewalt. Kein psychischer Druck. Kein Training nach Schema F. Stattdessen ein individueller Blick auf unseren Hund – auf Moritz, wie er ist. Und wie er sein darf.
Endlich.
Was wir heute wissen – und niemals vergessen werden
Die Geschichte von Moritz ist kein Einzelfall. Aber sie ist unsere. Und sie hat uns an unsere Grenzen gebracht.
Wir haben gelernt:
- Dass viele Methoden, die sich „modern“ nennen, tief verletzen können.
- Dass Vertrauen nur mit Geduld wächst – niemals mit Gewalt.
- Dass nicht jeder, der laut ist, auch recht hat.
- Dass man manchmal allein ist – obwohl man eigentlich Hilfe sucht.
Heute wissen wir, dass Moritz nicht das Problem war. Sondern das System um ihn herum.
Und heute, endlich, geht es ihm besser. Uns auch. Weil wir unseren Hund nicht aufgegeben haben. Sondern uns für ihn entschieden haben – gegen jeden Widerstand.
Autorin: C. O.-K.
Teil 2 folgt
Jenseits des Gehorsams: Soziale Erziehung und Ruhe als Schlüssel zur Harmonie
Mehr als nur Sitz und Platz: Soziale Erziehung und Ruhe
In unseren Hundeerziehungsgruppen liegt der Fokus oft auf den Grundlagen: Sitz, Platz, Leinenführigkeit. Doch ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Welpen- und Junghundekurse: soziales Lernen, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und das Setzen von Grenzen.
Oft zeigt sich die Herausforderung darin, unseren jungen Energiebündeln zu Hause die Ruhe beizubringen. "Bleib!", "Nein!", "Entspann dich!" – diese einfachen Bitten scheinen manchmal ungehört zu verhallen. Dabei ist gerade die Fähigkeit zur Ruhe und Entspannung ein fundamentales Element für ein ausgeglichenes Hundeleben.
Ein Leben in Balance: Die Bedeutung der Ruhe
Stell dir vor, du wärst permanent von Reizen umgeben, müsstest täglich unzählige neue Eindrücke verarbeiten und hättest nie die Möglichkeit, wirklich abzuschalten. So ähnlich erleben viele unserer jungen Hunde ihre Welt. Ohne Ruhephasen können all die neuen Erfahrungen und kleinen Konflikte des Alltags kaum verarbeitet werden. Es fehlt die Zeit, um neue Energie für kommende Herausforderungen zu tanken.
Oftmals geben wir unbewusst dem unruhigen Verhalten unserer Welpen nach. Ein Fiepsen im Körbchen, ein winselnder Blick – und schon wird der kleine Liebling bemitleidet und herausgenommen. Wir übertragen unsere menschliche Vorstellung von Trost auf den Hund und übersehen dabei, wie wichtig es ist, ihm die Selbstregulation beizubringen.
Die unbemerkte Kontrolle: Wer führt eigentlich?
Wir sind den ganzen Tag damit beschäftigt, unseren Hund zu beobachten und zu lenken: Was frisst er? Wo geht er hin? Was tut er? Ein ständiger Kontrollakt! Und dann wundern wir uns, wenn der Hund nicht zur Ruhe kommt. In den Trainingseinheiten fordern wir mentale Höchstleistungen und erwarten gleichzeitig einen entspannten Begleiter im Alltag. Das harmoniert nicht immer.
Ein häufig gehörtes Argument: "Auf dem Sofa ist er ganz ruhig und schläft." Das mag stimmen. Doch beobachte genauer: Liegt dein Hund wirklich entspannt neben dir, weil er deine Nähe sucht? Oder liegt er quer über deinen Schoß, die Pfote demonstrativ auf deinem Bein, um dich "festzuhalten"? Oft ist dies eher ein Kontrollverhalten als ein reines Bedürfnis nach Zuneigung.
Elementare Lektionen: Grenzen setzen und "Nein" sagen
Können wir uns vorstellen, dass ein Kind uns den ganzen Tag auf den Fersen klebt oder unser Partner uns ununterbrochen anstarrt und berührt? Irgendwann wären wir gereizt. Warum fällt es uns dann oft so schwer, unserem Hund klare Grenzen aufzuzeigen? Ihm beizubringen: "Nein, du bleibst jetzt im Körbchen, während ich dusche." Dies sind grundlegende Regeln, die vom ersten Tag an etabliert werden sollten.
Denn was im Welpen- und Junghundalter versäumt wird, kann sich in der Pubertät und im Erwachsenenalter verstärken. Der Hund testet seine Grenzen, versucht seine Position zu finden – und irgendwann kann es zu unerwünschten Reaktionen kommen. Oft haben wir die feinen Signale des Unbehagens (Knappern, Lefzen lecken, Abwenden) übersehen, bis der Hund deutlicher wird.
Die Falle der Dauerbelohnung: Weniger kann mehr sein
Im Alltag belohnen wir oft jede kleine "gute" Tat unseres Hundes mit einem Leckerli. Eine Minute Stille im Körbchen? Keks! Ein kurzer Blickkontakt? Keks! Positive Verstärkung ist wichtig, aber muss es immer ein Futterstück sein? Manchmal genügt ein ruhiges Lob oder das Ignorieren unerwünschten Verhaltens.
Denn was geschieht, wenn der Hund lernt, dass jede seiner Handlungen eine Belohnung nach sich zieht? Er wird davon abhängig. Er agiert nicht mehr ohne die Erwartung von Futter. Bleibt die Belohnung aus, kann dies zu Frustration und Verunsicherung führen.
Soziale Kompetenz statt reiner Dressur: Was wirklich zählt
Ein Hund, der perfekt "Sitz" und "Platz" beherrscht, aber im Alltag sozial ungeschickt ist, ähnelt einem Soldaten mit Auszeichnungen, aber ohne Manieren. Oft legen wir zu viel Wert auf Gehorsam und zu wenig auf die Entwicklung sozialer Fähigkeiten. Dazu gehört auch, Konflikte auszuhalten und die Grenzen anderer zu respektieren.
Warum nehmen Hunde ständig alles vom Boden auf? Oft, weil sie gelernt haben, so Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir müssen ihnen beibringen: Was am Boden liegt, wird nicht gefressen. Und wir müssen lernen, auch kleine "Stellvertreterkonflikte" durchzustehen. Versucht der Hund, ein Leckerli zu stehlen, das uns gehört, ist ein konsequentes "Nein" wichtig, ohne beim ersten Winseln nachzugeben.
Die Rolle von Genetik und Individualität: Jeder Hund ist einzigartig
Vergessen wir nicht die genetische Veranlagung und den individuellen Charakter jedes Hundes. Jeder Hund wurde für bestimmte Aufgaben gezüchtet, und diese Anlagen prägen ihn. Ein Golden Retriever, ursprünglich für die Jagd gezüchtet, kann territoriale Tendenzen zeigen. Ein Dobermann hat ein anderes Wesen als ein Malteser. Auch bei kleineren Rassen wie Terriern, die für die selbstständige Arbeit in Bauen gezüchtet wurden, können sich Selbstständigkeit und Jagdtrieb in Ungeduld und Schwierigkeiten beim Entspannen äußern. Wichtig ist: Langjährige Erfahrung mit einer Rasse bedeutet nicht automatisch, dass wir jeden einzelnen Hund dieser Rasse vollständig verstehen. Der individuelle Charakter und die Lernerfahrungen spielen eine ebenso große Rolle. Gerade kleine Rassen wie Malteser können wahre Meister der Manipulation sein und genau wissen, wie sie ihren Willen durchsetzen. Wir dürfen nicht alle Hunde gleich behandeln, sondern müssen ihre individuellen Bedürfnisse und Anlagen berücksichtigen. Und ja, das soziale Lernen in den ersten Jahren kann herausfordernd sein. Es ist ein Teil des Erwachsenwerdens, und sowohl wir als auch unser Hund lernen ein Leben lang. Es liegt jedoch an uns, die gemeinsame Zeit von 10 bis 15 Jahren durch konsequente soziale Erziehung so harmonisch und entspannt wie möglich zu gestalten – angepasst an den jeweiligen Hund, seine Rasse, sein Alter, seinen Charakter und unsere alltäglichen Bedürfnisse.
Fazit: Soziale Erziehung und Ruhe sind unverzichtbar
Ein gut sozialisierter Hund, der gelernt hat, sich zu entspannen und Grenzen zu respektieren, ist ein glücklicherer und ausgeglichenerer Begleiter. Dies erreichen wir nicht durch ständige Belohnung und Drill, sondern durch konsequente soziale Erziehung, klare Grenzen und vor allem: indem wir unseren Hunden die Ruhe ermöglichen, die sie zur Verarbeitung ihrer Erlebnisse benötigen. Lasst uns aufhören, uns von unseren Hunden emotional beeinflussen zu lassen und ihnen stattdessen die klare Führung geben, die sie für ein sicheres und geborgenes Leben in unserer Welt brauchen. Denn nur wer Ruhe lernt, kann wirklich Vertrauen entwickeln und uns nicht zur Verzweiflung treiben.
6 Jahre Hundeschule Sarstedt
Sechs Jahre Hundeschule – Ein Traum wird Realität
Im Januar 2019 habe ich mir einen Traum erfüllt und meine eigene Hundeschule eröffnet. Heute, sechs Jahre später, ist dieser Traum Wirklichkeit geworden – auf eine Art und Weise, die ich mir damals kaum vorstellen konnte. Der Weg dorthin war geprägt von Wachstum, neuen Erkenntnissen und einer tiefen Verbindung zu Mensch und Tier.
Meine Reise begann als mobile Hundetrainerin im Kleingewerbe. Aufgrund meines persönlichen Werdegangs war es mir wichtig, langsam zu wachsen und Schritt für Schritt Erfahrungen zu sammeln. Schon nach sechs Monaten erhielt ich die Genehmigung für einen kleinen Hundeplatz am Wellweg. Dieser Ort bot mir die Möglichkeit, das Training mit Geräten zu erweitern und den Hunden sowie ihren Haltern neue Trainingsansätze anzubieten.
Bereits zu Beginn wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, den Hundehaltern wirklich zuzuhören und sie mental zu begleiten. Klassisches Gruppentraining stand anfangs im Mittelpunkt meiner Arbeit. Doch schon in den ersten zwei Jahren konnte ich viele Einblicke in unterschiedliche Trainingsansätze gewinnen. Diese neuen Perspektiven haben mein Training nachhaltig verändert.
Verantwortung zurückgeben: Mensch und Hund im Einklang
Im Laufe der Zeit fiel mir immer häufiger auf, dass viele Hunde eine emotionale Verantwortung für ihre Halter übernommen hatten, die sie überforderte. Meine Aufgabe war – und ist es bis heute – den Menschen dabei zu helfen, diese Verantwortung wieder selbst zu tragen. Nur so kann ein harmonisches Miteinander entstehen, das Hund und Halter guttut.
Ein guter Hundetrainer hat nicht nur das Verhalten der Hunde im Blick, sondern achtet auch auf deren Gesundheit. Themen wie Ernährung und die richtige Auswahl von Geschirren oder Halsbändern sind zentrale Aspekte meiner Arbeit. In der Anfangszeit musste ich bei speziellen Bedürfnissen, wie etwa der Maulkorb-Auswahl, oft auf das Internet verweisen.
Ein starkes Team: Betty und das Mantrailing
Relativ schnell nach der Gründung meiner Hundeschule wurde mein Team durch Betty ergänzt. Sie brachte nicht nur ihre Expertise im Mantrailing mit, sondern auch eine große Leidenschaft für diese besondere Art der Auslastung. Mit viel Herzblut und Engagement übernahm sie den Bereich vollständig und baute in kürzester Zeit vier erfolgreiche Gruppen auf.
Betty hat nicht nur ein Auge für die Bedürfnisse der Hunde, sondern auch für kreative und unvergessliche Trainingsmöglichkeiten. Neben regelmäßigen Trailevents, wie in St. Peter-Ording (SPO), plant sie für 2025 ein besonderes Highlight: Trailevents auf Texel. Zudem tüftelt sie ständig an neuen, anspruchsvollen Trails, die die Hunde fordern und ihren Haltern bleibende Erlebnisse schenken.
Mantrailing ist eine hervorragende Möglichkeit, Hunde kognitiv auszulasten. Besonders für unsichere Hunde oder solche, die einen Maulkorb tragen müssen, bietet diese Art des Trainings eine sinnvolle und erfüllende Beschäftigung. Dabei spielt das Alter des Hundes keine Rolle – jeder kann seine Stärken einbringen und gemeinsam mit seinem Halter über sich hinauswachsen.
Mit Bettys Unterstützung konnte ich das Angebot der Hundeschule nicht nur erweitern, sondern auch individueller gestalten. Mantrailing ist mehr als nur eine Trainingsmethode – es stärkt die Bindung zwischen Hund und Halter und bringt oft unerwartete Talente ans Licht.
Betty ist ein unverzichtbarer Teil unseres Teams, und mit ihrer kreativen, liebevollen und professionellen Art bereichert sie nicht nur die Hundeschule, sondern auch das Leben unserer Kunden und ihrer Hunde.
Heike und die Zukunft der Hundeschule: Tierschutzhunde und Freilaufgruppen im Fokus
Vor zwei Jahren begann Heike ihre Ausbildung zur Hundetrainerin und ist seither auch ein unverzichtbarer Teil unseres Teams. Ihr Weg als Hundetrainerin ist längst nicht abgeschlossen – im Gegenteil: Neben ihrer Leidenschaft für das Gruppentraining schlägt ihr Herz besonders für Tierschutzhunde und Freilaufgruppen. Diese Bereiche sind nicht nur ein persönliches Anliegen von ihr, sondern auch eine wertvolle Ergänzung zu unserem bestehenden Angebot.
Tierschutzhunde bringen oft eine besondere Geschichte mit. Viele von ihnen haben traumatische Erlebnisse hinter sich oder müssen sich erst an ein Leben in einer neuen Umgebung gewöhnen. Heike sieht ihre Aufgabe darin, diesen Hunden und ihren Haltern einen Weg zu zeigen, wie sie gemeinsam eine stabile und vertrauensvolle Beziehung aufbauen können. Durch ihre einfühlsame und professionelle Art schafft sie es, auch bei herausfordernden Fällen neue Perspektiven aufzuzeigen.
Ein weiterer Schwerpunkt, den Heike in Zukunft verstärken möchte, sind Freilaufgruppen. Diese bieten Hunden die Möglichkeit, sich kontrolliert und in einem sicheren Rahmen mit Artgenossen zu bewegen und auszutauschen. Gleichzeitig lernen die Halter, das Verhalten ihrer Hunde besser zu verstehen und in verschiedenen Situationen souverän zu reagieren.
Ich bin überzeugt, dass Heike in den kommenden Monaten diese Angebote weiter ausbauen wird. Mit ihrem Engagement und ihrer Expertise erweitert sie nicht nur das Tätigkeitsfeld der Hundeschule, sondern bereichert auch unser Team und die Kunden, die wir begleiten dürfen.
Mit einem klaren Fokus auf individuelle Bedürfnisse und die Förderung von Mensch-Hund-Beziehungen wird Heike eine noch größere Rolle in unserer Hundeschule spielen – ein Gewinn für uns alle!
Der Schritt zum Campus
Während wir gemeinsam wuchsen, wurde immer deutlicher, dass wir an räumliche Grenzen stießen. Vor allem für die persönliche Beratung und den Verkauf von Maulkörben, hochwertigen Kauartikeln und Hundegeschirren fehlten uns Lagerkapazitäten und geeignete Räume.
Als das Gebäude auf dem Grundstück des Hundeplatzes frei wurde, ergriff ich die Chance, das gesamte Gelände zu mieten. So entstand der Campus – ein Ort, der für mich die Bedeutung eines zentralen Ortes des Lernens und Lehrens, Förderns und des Forderns und Austauschs trägt. Der Campus sollte Raum für vielfältige Themen bieten, die sich rund um das Wohl von Hund und Mensch drehen.
Der Campus ist mehr als ein Hundeplatz – er vereint zahlreiche Angebote unter einem Dach:
- Gesundheit des Hundes: Physiotherapie, Ernährungsberatung und ganzheitliche Tierheilpraktik gehören zu unserem erweiterten Spektrum.
- Sachkundenachweis: Theorie und Praxis finden hier ebenso Platz wie persönliche Beratungen.
- Maulkorb- und Geschirrberatung: Der Campus ermöglicht es, in Ruhe und mit individueller Unterstützung die passende Ausstattung für den Hund zu finden.
- Seminare, Vorträge und Workshops: Der Seminarraum bildet das Herzstück des Campus. Hier können wir wetterunabhängig trainieren, Fitnessübungen durchführen und unsere Veranstaltungen organisieren.
Neue Wege in der Hundeschule
Mit den Möglichkeiten des Campus eröffnen sich neue Wege für unser Training. Besonders wichtig ist mir, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu stärken und sie auf ihrem Weg mit ihrem Hund zu begleiten. Die erste Veranstaltung zu diesem Thema – ein Vortrag eines Heilpraktikers für psychische Erkrankungen – war ein erster Schritt. Dieser Ansatz wird 2025 weiter ausgebaut, da ich aus eigener Erfahrung weiß, welchen bedeutenden Beitrag Hunde zur Genesung leisten können.
Der Campus ist auch ein Ort für andere Berufe aus der Hundebranche. Hier können Experten Workshops und Seminare anbieten oder durch Kooperationen mit uns zusammenarbeiten. Die Möglichkeit zur Anmietung schafft Raum für innovative Projekte und den Austausch in der Branche.
Ich brenne für neue Ideen und Wege. Der Campus ist für mich nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Ort, der zeigt, was möglich ist, wenn Leidenschaft, Wissen und Engagement zusammenkommen. Die Vision, einen Ort des Lernens, Förderns und des Miteinanders zu schaffen, hat Gestalt angenommen – und ich freue mich darauf, gemeinsam mit unserem Team und unseren Kunden die nächsten Schritte zu gehen.
Der Campus steht für Wachstum, Zusammenarbeit und vor allem für das Wohl von Hund und Mensch. Ich lade alle ein, Teil dieser Vision zu werden und mitzuerleben, wie Träume Wirklichkeit werden.
Die letzten sechs Jahre waren eine spannende Reise. Von den ersten Schritten als mobile Hundetrainerin bis hin zur Etablierung eines festen Standorts und der Erweiterung des Teams habe ich viel gelernt. Mein größtes Ziel bleibt es, Hunde und ihre Halter auf ihrem gemeinsamen Weg zu begleiten und eine Beziehung zu fördern, die von Verständnis, Vertrauen und gegenseitiger Verantwortung geprägt ist.
Ich freue mich auf die nächsten Jahre und all die Herausforderungen, die sie mit sich bringen werden. Denn eines ist sicher: Mein Traum lebt weiter!
Wir suchen Dich
Wir wünschen von Dir
- eine Genehmigung nach §11 8f TierSchG (sollte vorhanden oder zumindest ein nahes liegendes Ziel sein)
- einen Nachweis deiner Qualifikation als Hundetrainer (Hast Du eine Ausbildung? Welche Seminare und Fortbildungen hast Du bislang besucht? Hast Du bereits in anderen Hundeschulen gearbeitet?)
- wünschenswert wäre eine Methoden offene Ausrichtung
- Teamfähigkeit – durch Offenheit, Engagement und Hilfsbereitschaft
- Kreativität – im Umgang mit Methoden, im Aufbau von Übungen, in Gesprächsstrukturen
- Flexibilität – Einsatzbereitschaft auch an Wochenenden, Führerschein und Kraftfahrzeug, kundenorientiertes Auftreten
- Humor – lockerer, aber professioneller Umgang mit dem Team und den Kunden
Wir bieten Dir
- eine ausreichend lange Einarbeitungszeit mit Entlohnung
- eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit
- Organisation und Durchführung von Gruppentrainings im Bereich unserer Welpenschule, Junghunde, Erziehung und Beschäftigung
- Regelmäßiger Austausch und Feedbackgespräche
- eine stetig wachsende Hundeschule mit viel Potential zum Ausbau und zur Selbstverwirklichung
Wenn Du dich angesprochen fühlst, dann bewerbe dich schriftlich an:
Kirsten@hundeschule-sarstedt.de
Kirsten Heitmüller
Hundeschule Sarstedt
Ostertorstr. 37
31157 Sarstedt
Tel: 0172/9324678
Der schmale Grad zwischen Aufmerksam und Helikopern
Der heutige Blogeintrag geht um die Veränderung der Menschen in Bezug auf ihre Hunde.
Ob die Auswirkungen von Home-Office, der Pandemie oder um eine generelle Veränderung der Halter/innen zurückzuführen sind, ist schwierig zu beantworten. Ich vermute eher die Auswirkung der Pandemie und Home-Office.
Wir Menschen haben uns im Laufe der letzten fast drei Jahre daran gewöhnt, uns mit weniger Menschen zu treffen, uns auf das nötigste zu beschränken, wir bekommen weniger Besuch. Manch Halter/in ist dadurch in den Genuss des Home-Office gekommen. Das birgt einiges an Risiken.
Während wir im täglichen Berufsleben in den Firmen (egal welcher Branche) unterschiedliche menschliche Sozialkontakte gehabt hatten. Erfahrungen, Stimmungen und Meinungen wurden ausgetauscht.
Durch die Lockdowns waren einige gezwungen, von zu Hause aus arbeiten zu müssen. Manch einer fühlte sich wohl und war glücklich darüber, weil er/sie selbst gesundheitlich angeschlagen war oder der Mensch ist, der sich in der Umgebung von Kollegen nicht wohl gefühlt hat.
Dagegen gibt es Menschen, die sich erst an das „eingesperrt“ sein gewöhnen mussten und eine gewisse Leere verspürten.
Und jetzt kommt der Hund mit ins Spiel. Die Rasse ist unterm Strich egal.
Dadurch, dass der Mensch vermehrt zu Hause ist, besteht die Gefahr, den Fokus immer mehr auf den Hund zu legen. Wir nehmen immer sensibler unseren Hund wahr. Früher haben wir uns mit Freunden getroffen, waren auf der Arbeit, haben uns mehr um unsere Bedürfnisse gekümmert. Jetzt ist es oft „nur“ noch der Hund, der uns tagtäglich begleitet.
Vor dem Home-Office hatte der Hund seine Zeit des Ausruhens und des Schlafens, dass ein Hund ca. 12- 16 Stunden machen sollte. Jetzt ist der Mensch zu Hause, der am Anfang nur ab und zu mal geschaut hat und es unmerklich gesteigert hat.
- Er spricht mit dem Hund während dieser gerade vor sich her dusselt. Und schwups ist er wieder wach
- der Hund schläft, der Mensch krault ihn weil es so süß aussieht und schon ist er wieder gestört
- Der Hund hat leichte Blähung, der Halter bekommt es jetzt natürlich mehr mit und sorgt sich, ob es dem Hund gut geht
- In den Zigarettenpausen zu Hause, geht der Hund jedes Mal mit
Das sind erst Mal nur Kleinigkeiten, die aber in der Summe gesehen zu Problemen führen können.
Der Hund bekommt immer mehr soziale Zuwendung und lernt auch den Menschen zu manipulieren, um die Zuwendung einzufordern, sei es ein Blick, ein Winseln, ein zur Tür laufen etc.
Unser Unbewusstsein schiebt unsere eigenen Bedürfnisse immer mehr nach hinten. Es gibt Menschen, die finden diese alltägliche Situation gut, da sie sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen wollen. Gerade Menschen, die unter Verlust der Kontrolle leiden, projizieren dies auf den Hund. Ich selbst gehörte auch mal zu diesem Typ von Menschen. Ich wollte die Geschehnisse in meinem Leben kontrollieren. Nach über 40 Jahren habe ich mich dem Problem gestellt bzw. stellen müssen, daher kann ich manch Denkweise gut nachvollziehen und wie schwer es ist loszulassen.
Ich versuche an Hand der Beziehung zwischen meinem Hund und mir zu erklären, was der Unterschied der Definitionen von Aufmerksam, Fürsorge und „Helikopern“ ist.
Paul hat vor 4 Jahren angefangen sein Ausscheidungsverhalten zu ändern. Es zeigt sich daran, dass es eigentlich seine Zeit war, er tat so als wollte er sich hinsetzen zum Koten, aber er hat nicht. Das kann alles ja mal sein. Nach 2 Stunden wurde er unruhig und ich ging wieder mit ihm raus, es löste sich nicht. Also wieder nach Hause. Alle zwei Stunden das Spiel. Irgendwann kam eine kleine Menge und ich war erstmal erleichtert. Das Ganze ging über drei Tage. Mir kam das alles komisch vor, da es nicht typisch für ihn war. Ich habe einen Termin beim Tierarzt gemacht mit dem Resultat, dass die Prostata von Paul vergrößert war und das Risiko einen Darmverschluss bestand. Er musste zeitnah kastriert werden. Ich war erleichtert.
Für mich ist die Beobachtung von Veränderungen im normalen Ablauf als aufmerksam-sein, der Gang zum Tierarzt ist für mich Fürsorge, da mein Hund den Termin nicht selbst machen kann.
Helikopter-Halter zu sein wäre dann, wenn ich jetzt jeden Kot den mein Hund absetzt kontrolliere, damit ich ja nichts verpasse und um bei jeglicher Veränderung sofort zum Tierarzt zu gehen. Wenn ich jetzt nach und nach jeden Pups meines Hundes hinterfrage oder jedes Humpeln, jedes bellen mich nervös macht und ich mir Sorge darüber mache, dass es meinem Liebling (überspitzt gesagt) ja gut geht. Wenn ich jede Bewegung von ihm wahrnehme und beobachte, jeder Blick von ihm mich wahnsinnig glücklich macht (Ausschüttung von Glückshormonen) und mich mit Glücksgefühlen versorgt. Meine Gefühlsebene fordert für mein eigenes Wohlbefinden dieses Gefühl immer mehr ein, so dass ich unbewusst die Blicke meines Hundes suche. Wenn mein Hund jetzt noch einen traurigen Blick drauf hat, fange ich wieder an mir Sorgen zu machen, ob es ihm gut geht. Ich fange an alles zu hinterfragen, jedes Weigern irgendwo drüber zu laufen, jedes Geräusch was dem Hund nicht gut tun könnte etc. Der nächste Schritt ist, dass ich meinem Hund jede Unannehmlichkeit des Alltags abnehme bzw. vermeide. Der Hund merkt das und fängt an auszutesten, wie er mich manipulieren kann.
Oder er schläft und ich streichle ihn jedes Mal wenn ich an ihm vorbei komme, er legt sich ins Körbchen um zu entspannen und ich schaue ihn immer wieder an. Durch jeden Blick/Anstarren kommt mein Hund nicht zur Ruhe. Der Kreislauf beginnt. Durch mangelnde Ruhe, Entspannung, Schlaf, wird der Hund unausgeglichener und gestresster, dadurch nimmt der Hund Alltagssituationen sensibler wahr und reagiert zunehmenst heftiger, was bei mir wiederum dazu führt noch mehr aufzupassen.
Der Hund reagiert instinktiv, während wir Menschen rational denken können. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, sollten wir an uns und der Einstellung zu unserem Hund arbeiten. Wir Menschen vergessen dabei, egal ob positiver Stress wie auch negativer Stress, Stress kann zu gesundheitlichen Schäden führen.
Die Tendenz zu einer krankhaften Mensch-Hund-Beziehung ist in diesem Status schon gegeben. Krankhaft ist wenn einer der Partner darunter leidet. In den meisten Fällen ist es der Hund.
Hinterfragt Euch als Halter, welche Position euer Hund für euch einnehmen sollte, und welche Rolle hat er wirklich.
Ist er
- ein Kumpel
- ein Freund
- Sozialpartner
- Kindersatz
- Beschützer
Wie ist dein Erziehungsstil? Bist du der Typ, der über Dirigismus erzieht oder über emotionale Bindung? Bist du eher der Typ emotionale Bindung und mit wenig bis keinen Dirigismus?
Was bedeutet Dirigismus in Bezug auf das Zusammenleben mit dem Hund?
Dirigismus drückt aus, ob du bereit bist für das Handeln deines Hundes Verantwortung zu übernehmen und sein Verhalten zu lenken.
Vor einigen Jahren war Dirigismus „Kadavergehorsam“, was sich dann verändert hat in die Gegenrichtung „Wattebausch-Pädagogig.
Zusammenfassend kann man sagen, dass eine gesunde Mischung von beiden gut ist.
Wenn Du Kunde von mir bist, biete ich dir einen kleinen Test an mit Fragen um herauszufinden welcher Typ du bist und ob es eine Tendenz in eine krankhafte Beziehung zu deinem Hund gibt.
Und dann gibt es noch eine Steigerung, und zwar den sozialen bzw. emotionalen Missbrauch von Hunden, den Konrad Lorenz als soziale Sodomie bezeichnet hat. Ein hartes Wort, was aber die krankhafte Tiefe der Beziehung zu dem Hund ausdrückt.
Ich habe versucht einige Blickwinkel näher zu bringen, in dem ich sie kurz angerissen habe.
Einige Folgen für den Hund, wie erlernte Hilflosigkeit, habe ich erstmal nicht erwähnt, da sonst dieser Blogbeitrag ausufert.
Falls du dich in manchen Sätzen wiedergefunden hast und du möchtest mehr darüber erfahren und möchtest etwas an der Beziehung ändern (evtl. geht es schon Richtung krankhaft, Kontrolle nicht abgeben können, Leere im Leben durch einen Hund ersetzen, mangelnder Dirigismus) kann ich jedem Hundehalter nur raten, such dir einen guten Coach für dich und deinen Hund, ggf. liegt auch eine tiefer sitzende psychische Erkrankung vor. Durch eigene Erfahrung rate ich zu einem Therapeuten für dich. Der Weg ist nicht einfach und kann emotional hart sein. Aus eigener Erfahrung lohnt sich diese Anstrengung für dein eigenes Leben.
LG
Kirsten










