Im Dschungel der Hundetrainersuche
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Tief im Dschungel der Hundetrainersuche
oder
Wie finde ich den richtigen Hundetrainer für mich:
In dem Wirr-Warr der Bezeichnungen der Hundetrainer ist
es nicht einfach für sich selbst die passende
Hundeschule zu finden.
Es gibt Bezeichnungen, wie zertifiziert vor der
Tierärztekammer, geprüft nach §11 beim Vet-Amt, nur mit positver Verstärkung,
ohne Strafen - um nur Einige zu nennen.
Ich versuche mal, so einfach wie möglich, die
Unterschiede in den Bezeichnungen aufzudröseln.
Jeder Hundetrainer muss eine Prüfung nach §11 des TschG (Tierschutzgesetz)
bei einem Amtstierarzt ablegen. Die Prüfung ist in Theorie, Praxis und
Fachgespräch unterteilt und beinhaltet alle Lerntheorien, Rassekunde,
Gesetzestexte und ein Grundwissen der Tiermedizin.
Ob ein Trainer eine Ausbildung bei einer der
mittlerweilen vielen Anbieter (ATN, Canis, Martin Rütter, Ziemer und Falke,
Kynologisch etc) absolviert hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle, da jeder
sich das Fachwissen auch ohne Ausbildung aneignen kann. Dazu gehören die
Hundetrainer, die es schon lange gegeben hat, bevor die Auflage einer Prüfung im
Gespräch war. In einigen Fällen besitzen diese Trainer ein so umfassendes
Fachwissen, dass es für sie ein Leichtes ist, die geforderte Prüfung beim
Vet-Amt zu bestehen.
Nur mit einer bestandenen Prüfung nach §11 des TschG darf
man Hunde gewerblich ausbilden bzw. trainieren. Ehrenamtliche Trainer, z.B.
Trainer in Hundesportvereinen, brauchen die Prüfung aktuell noch nicht.
Für ein besseres Verständnis sage ich immer: das ist wie
ein Realschulabschluß oder Ausbildung.
Jetzt gibt es noch die Zertifizierung bei einer TÄK
(Tierärztekammer).
Diese Trainer müssen bei einer TÄK ebenfalls eine (erweiterte)
Prüfung ablegen. Der Unterschied ist, dass der Prüfling in dem Fachgespräch dieser
Prüfung noch detailierter auf die gestellten Fragen antworten muss. Wie
umfangreich ist auch abhängig davon welcher Sachverständige den jeweiligen
Hundetrainer prüft!
Diese Hundetrainer sollen augenscheinlich mehr Sachkunde
besitzen und dürfen aus diesem Grund hinterher die Sachkundeprüfung für
Hundehalter (s.g. Hundeführerschein) abnehmen.
Ich nenne es immer Abitur/Studium.
Nur Beides sagt nichts über die Fähigkeiten eines
Trainers in der Praxis aus.
Dann gibt es noch die Verhaltensberater für Hunde. Das
sind Hundetrainer, die weiter in das Zusammenspiel eines Hunde mit seinem
Halter eingehen können. Dabei liegt der Fokus auf die Psyche des Hundes bzw.
die Entwicklung eines speziellen Hundes. Über dieses Fachwissen gibt es keine
spezielle Prüfung bei einem Vet-Amt. In den meisten Fällen bekommt man von dem
Instituteine Bescheinigung, die solche Weiterbildungen anbieten. Und es ist
kein Muß eine Prüfung zu absolvieren.
So das ist erstmal zum besseren Verständnis gedacht.
Sind zertifizierte Hundetrainer der TÄK immer die Besseren?
Nein, ganz bestimmt nicht. Es gibt gute Trainer mit
Zertifizierung und auch weniger Gute. So wie es gute und weniger gute Trainer
mit §11 Prüfung gibt.
Z.B kann ein Hundetrainer zertifiziert sein, aber trotzdem
mit körperlichen Strafen arbeiten. Oder ein Trainer mit §11 Prüfung kann ein
Trainer mit viel Fachwissen sein, der es auch schafft den Haltern die
Lerntheorien näher zubringen, ohne ihn schwindlig zu reden.
Ein Zertifikat sagt nichts über die Fähigkeiten aus oder
das Talent Fachwissen zu vermitteln. Ich selbst habe nur die normale §11 Prüfung
vor dem Vet-Amt. Erst hatte ich es angestrebt, bin aber davon abgekommen, da
ich es nicht für mein Ego benötige.
Andere benötigen es, da es bis jetzt nur ein zertifizierter
Hundetrainer die Sachkunde abnehmen darf oder anerkannte Weiterbildungsseminare
für Hundetrainer geben darf.
Die Frage stellt sich natürlich für mich, warum in
diversen Verordnungen so ein Klassenunterschied gemacht wird. Ein jahrelang gut
arbeitender Hundetrainer ohne Zertifizierung hat die gleichen Fähigkeiten (oder
besser) als ein frisch zertifizierter Hundetrainer.
In den meisten Fällen ist es reine Geldmacherei.
Leider legen sich viele Ämter die Ausführung des § 11 aus,
wie sie es gerne hätten. Dieser Pharagraph ist alles nur kein Qualitätssiegel.
Viele schmücken sich aber mit genau diesem und verkaufen ihn als ob er ein
Qualitätssiegel wäre. Vor allem die Kollegen mit der Zertifizierung neigen sehr
dazu. Auch das schmücken mit den Namen von bekannten Referenten, ist so eine
Masche, die sugestieren soll wie fachkundig der ein oder andere vielleicht sein
könnte!
Philosophien von diveren Hundeschulen, dass sie
ausschließlich mit „positiver Verstärkung“ arbeiten, kommen verunsichernd
hinzu.
Dem Kunden wird suggeriert, dass ein Hund tun darf was er
will, denn wenn man es wörtlich nimmt wird nur belohnt und gelobt. Nennen wir
es mal provokant „Waldorf-Pädagogik“: Der Hund darf sich frei entfalten ohne
Regeln. Da kommen solche Anweisungen von Trainern, dass das Leckerchen vom
Herzen zum Hund gegeben werden soll, damit die positive Stimmung vom Halter zum
Hund übertragen wird, ein „Sitz“ sei zu hart für ein Hund etc…
Meine Einstellung dazu: Was für ein Mist!
Jegliches Grenzen setzen gehört nicht mehr zur positiven
Verstärkung.
Regeln im gemeinschaftlichen Zusammenleben geben dem Hund
Sicherheit und um diese Regeln durchzusetzen, heißt es auch mal Grenzen zu
setzen und dafür muss man auch mal „strafen“.
Was gehört zum Strafen?
- Ignorieren
- Kurzfristiger Ausschluß aus der sozialen
Gemeinschaft (Familie) - Kommando „Nein“ (Abbruchsignal)
- Korrektursignal
- Körperliches Blocken
- Leine (der Hund darf nicht mehr dahin wo er hin
will) - Beanspruchen von Ressourcen oder Raum
Natürlich gibt es auch Strafen, die gegen das
Tierschutzgesetz verstoßen, die nicht zur Anwendung kommen dürfen und gegen die
ich mich verwehre.
Jetzt wirst du Dich fragen warum ich das ganze
schreibe.
Es strömen immer mehr Hundeschulen auf den Markt, die
Halter mit vorgefertigten Konzepten, die sie gekauft haben, abfertigen und mit
der Aussage „Nur positiv zu arbeiten“ ködern, aber null Plan haben von dem, was
sie tun.
Oder es gibt Hundetrainer, die nicht über ihren
Tellerrand schauen und so von sich voreingenommen sind, dass nur sie die Besten
sind und es keinen anderen Weg gibt.
Kaum ist ein Hund etwas auffälliger, werden diese Hunde
aus einer Gruppe genommen und dem Halter wird keinerlei Hilfestellung mit an
die Hand gegeben, um an deren Problem zu arbeiten. Die Halter suchen sich im
Internet Hilfe, schauen sich stundenlang YouTube Videos an, die vollkommen an
der Problematik vorbei gehen, da oft viel zu allgemein gehalten sind, und es
kommt zu einer nach aussen hin heftigen Verhaltensveränderung beim Hund.
Anstatt dem Problem am Anfang auf dem Grund zu gehen und
mit kleinen Hilfestellung weiterzuhelfen, warten dann die Halter bis der Arm
ausgekugelt wird, verunsichert oder frustiert sind und sich das Verhalten
verstärkt hat.
Auch ich habe schon Kunden abgesagt, weil wir nicht
zusammen passten - das ist auch in Ordnung. Mir ist es wichtiger, dass sich
Halter und Hund bei mir Wohl fühlen oder ich nicht das anbiete was dem Halter vielleicht
wichtiger ist (z.B. Freispiel, Hundetreffs)
Klar liegt mein Augenmerk darauf, dass ein Hund etwas
gerne tut und nicht aus Meideverhalten / Angst vor Strafen.
Aber - und das ist ein großes Aber - ein Hund benötigt
Regeln und Konsequenzen für ein Fehlverhalten.
Der Hund benötigt auch mal ein konsequentes (eindeutiges)
„Nein“, „Aus“.
Ich ärgere mich über s.g. Hundetrainer/innen, die die
Hunde durch inkonsequente Erziehung versauen und die Halter frustiert sind.
Es gibt kein schwarz und keine weiß, im Hundetraining
gibt es ganz viele Farben.
Nach der alten klassischen Unterordnungsschule mit
Starkzwang und rein aversiven Trainingsmethoden ist die Wattebauschfraktion
gekommen. Langsam fängt ein Umdenken der Halter an, da sie sehen was dabei
heraus kommt, wenn ein Hund vermenschlicht wird.
Ewig das Hauen und Stechen unter den Hundeschulen bzw.
Hundetrainer, eine fachlich gute Zusammenarbeit gibt es selten. Jeder gönnt dem
Anderen nichts. Getreu dem Motto, wo ich bin kann kein anderer sein!
Ich selbst bin in der glücklichen Lage zwei/drei
Hundetrainer an meiner Seite zu haben, mit denen ich mich ergänze und ein respektvoller Umgang besteht, ohne dass
ein Konkurenzdenken vorhanden ist.
Leider ist das mittlerweile eine Seltenheit geworden.
Wenn ich nicht weiter komme bzw. wenn ein Halter sich
etwas wünscht was ich nicht leisten kann, sei es aus Überzeugung oder weil ich
mich damit nicht auskenne, dann schicke ich ihn zu einem anderen Hundetrainer.
Auf jeden Fall dränge ich ihn nicht meine Einstellung auf.
Oft sind die ersten Fragen: „Sind bei Ihnen auf den
Hundeplatz auch Halsbänder erlaubt?“, „Muss ich mit Geschirr trainieren?“ oder „Schreiben
Sie mir eine bestimmte Ernährung vor?“
Meine Verwunderung beim ersten Mal, als ich so eine Frage
hörte, war groß. Mittlerweile bin ich sauer, weil Halter gezwungen werden gegen
ihre Überzeugungen mit ihrem Hund zu trainieren.
Ich sehe immer wieder die Fragezeichen in den Gesichtern
von Neukunden, wenn ich Fragen stelle wie für sie persönlich z.B. ein Abruf
aussehen soll. Ich erfrage es solange,
bis der Halter es für sich definiert.
Der Grund ist ganz einfach, für mich hat der Abbruf evtl.
eine andere Definition als für den Halter selbst.
Wann geht es in die Köpfe von einigen Hundetrainern?
Es geht um die Hunde und ihre Menschen, um das Team, und nicht darum welche Trainingsphilosophie am Besten ist oder welcher Guru gerade angesagt ist. Ihr tut den Hunden nichts Gutes, wenn ihr die Bedürfnisse des Hundes außer Acht lasst.
Erst werden die Hunde verhunst und dann werden sie aus
eurer Hundeschule abgeschoben, weil ihr mit dem was ihr geschaffen habt selbst
nicht mehr klar kommt.
Natürlich freue ich mich über jeden Neukunden, der durch
solch egoistischen Hundetrainer verunsichert ist und nicht mehr weiter weiß und
dadurch dann zu mir kommt. Aber muss es erst soweit kommen? Könnt ihr nicht
ehrlich sein, wenn ihr nicht weiterkommt mit eurer Philosophie?
Wie findest Du jetzt für Dich den richtigen
Hundetrainer?
Er sollte auf Dich, Deinen Hund und Deinen Bedürfnisse
eingehen und in kleine Gruppen arbeiten, so das gewährleistet ist auch mal
individuell auf Dich einzugehen. Ein Trainer sollte darauf achten, dass es Deinem
Hund gut geht und er keine Schmerzen oder extremen Stress hat. Gegebenenfalls wird
ein Training auch mal für diesen Tag beendet (selbst wenn du die Stunde voll
bezahlen musst), so kannst Du erkennen, ob der Trainer Deinen Hund schützt.
Deine innere Einstellung sollte berücksichtig werden, denn
was hilft es, wenn Dir vorgeschrieben wird, dass nur ein Geschirr das Beste von
Allem ist, Du aber das Halsband bevorzugst. Du bist daraufhin im Zwiespalt mit
dem Training, da Du nicht überzeugt bist von dem was du tust und was der
Trainer sagt überträgt sich auf Deinen Hund. Wenn beide Einstellung nicht
zusammen passen, sollte man sich trennen.
Ein Hundetrainer sollte flexibel arbeiten und nicht seine
Meinung engstirnig dem Kunden aufdrücken.
Hast du Fragen über Trainingsmethoden oder über den Sinn
einer Übung, dann stelle sie dem Trainer. Kommt Dir etwas merkwürdig vor, frage
nach, kommt Dir die Antwort komisch vor, dann wechsel die Hundeschule.
Es geht nur um Dich und Deinen Hund.
Lass Dich nicht von tollen vorgefertigen Konzepte,
Versprechungen, der Menge an Weiterbildungen, super tollen Internetauftritten
und Titeln blenden. Manche Trainer bieten die Möglichkeit an bei einer
Trainingseinheit mal ohne Hund zuschauen zu können oder Bitte um ein
Kennenlerngespräch (natürlich mit Bezahlung), so kann man sich gegenseitig
beschnuppern und abklären, ob es einen gemeinsamen Nenner gibt.
Du hast vieles aus Deinem eigenen Training wiedererkannt?
Wenn es eine positive Rückmeldung war, dann freut es mich
für Dich, dass Du den richtigen Hundetrainer gefunden hast.
Hast Du Dich aber ertappt gefühlt und merkst gerade, das
manches auf Deinen Hundetrainer und dessen Training zutrifft, dann scheue Dich
nicht, mit den eben genannten Tipps, Deinen richtigen Hundetrainer zu finden.
Denn nur wenn Du Dich wohl und Dich mit Deinen Problemen
und Vorstellungen der Hundeerziehung angenommen fühlst, kann Dir und Deinem
Hund das zukünftige Hundetraining wieder Spass machen und erfolgsversprechend
weiter gehen.
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Ich, der egoistische Hundehalter
Ich,
der egoistische Hundehalter.
Heute war
mal wieder einer der berühmten Tage, an denen ich wieder festgestellt habe, wie
egoistisch ich mit meinem Hund umgehe.
Mein Hund
darf kein Kontakt mit anderen Hunden an der Leine haben und damit muss ich feststellen,
dass ich bei anderen Hundehalter auf Unverständnis stoße.
Wenn ich
die Blicke der anderen Hundehalter deute, sehe ich in der Regel verachtende
Blicke oder absolutes Unverständnis.
Die
Argumente der Anderen kennen fast alle egoistischen Hundebesitzer:
„Meiner
will guten Tag sagen“
„Die
müssen sich beschnuppern“
„Meiner
ist lieb und will nur spielen“
usw.
Ich
gestehe, ICH will nicht, dass mein Hund mit jedem Hund Körperkontakt hat, ICH
will nicht, dass irgendein freilaufender Hund zu meinem hinrennt, ICH will
nicht dass ein anderer Hund an der Leine meinen beschnuppert.
Also bin
ich im Umkehrschluß egoistisch.
Mein Hund
hat 2-3 Hundefreunde mit denen wir regelmäßig unterwegs sind. Aber auch da gibt
es keinen Kontakt an der Leine. Wenn mein Hund ohne Leine mit seinen Kumpels
unterwegs ist, ist das vollkommen OK.
Und nun zu
meiner „Rechtfertigung“ warum mein Hund das nicht darf und warum ich das meinen
Hundeschüler immer und immer wieder erkläre.
- Die
Hunde nehmen schon in einer Entfernung mit dem anderen Hund Kontakt auf, bevor
der Mensch nur daran denkt. - Selbst
bei Hunde die sich kennen und an der Leine sich beschnuppern, kann es mal zu
brenzligen Situationen kommen, die KEIN Mensch vorher sehen kann. - Ein
plötzlicher Knall, ein Hund erschreckt sich und will flüchten oder hinter
seinem Menschen sich verstecken. Er kann aber nicht das er sich mit dem anderen
Hund und seiner Leine verwickelt hat. Er gerät in Panik und ihm bleibt nichts
anders mehr übrig als den anderen zu attakieren. - Meinem
Hund geht es an dem Tag nicht gut. - Ich
stehe unter Streß und habe keine Zeit - Ich
kenne den anderen Halter mit seinem Hund nicht und kann ihn auf die schnelle
nicht einschätzen - Hat
der andere Hund evtl. eine ansteckende Erkrankung? - Hat
der andere Hund vllt. selbst einen schlechten Tag oder der Halter hat es eilig - usw.
usw.
Und wie
soll mein Hund jetzt wissen, bei wem er darf und bei wem nicht?
Im
Welpenalter erlaube ich es und ab dem Zeitpunkt der Pupertät wenn er heranreift
darf er auf einmal nicht mehr.
Er fängt
an sich zu aufzuspielen und ein Machtkampf entsteht zwischen Hund und Halter.
Schlimmsten
Falls entsteht eine richtige Leinenaggression.
Ich
benutze oft bei Haltern das Beispiel eines Babys oder Kleinkindes, die noch
nicht in der Lage sind sich zu verständigen.
Die Frage
an die Halter:
Würdest du
jeden Menschen an dein Kind lassen?
Würdest du
jeden Menschen dein Kind anfassen lassen (streicheln, in die Wange zwicken
etc)?
Möchtest
du, dass dein Kind zu jedem gleich hinrennt?
Jeder aber
auch jeder Halter hat bis jetzt mit einem klaren „Nein“ geantwortet.
Bei
Kindern sind wir deutlich und machen uns keine Gedanken was der andere sagt
oder was hinter deinem Rücken geredet wird.
Es ist
normal, dass wir unsere Kinder schützen.
Warum
lassen wir das dann bei unseren Hundes das zu?
Warum
haben wir ein schlechtes Gewissen was Andere dazu sagen könnten?
Warum
schützen wir unsere Hunde nicht genauso wie unsere Kinder?
Ich bin
froh ein egoistischer Hundehalter zu sein.
Bis jetzt
habe ich noch keine Erklärung gehört warum ein Hund Kontakt an der Leine haben sollte.
Meine Arbeit mit Tierschutzhunden
Meine Arbeit mit Tierschutzhunden
Ich werde immer wieder mal auf meine Einstellung zu Tierschutzhunden angesprochen.
Dazu möchte ich heute einige Sätze schreiben.
Meine Hauptaufgabe ist es Halter und zukünftige Halter von Tierschutzhunden sensibilisieren.
Die Arbeit mit diesen Hunden kann viel Zeit und Durchhaltevermögen in Anspruch nehmen, da diese Hunde mit Hunden, die in Deutschland geboren werden, nicht vergleichbar sind.
In den meisten Fällen wachsen sie in der freien Natur aus und mussten von Anfang jagen oder Mülltonnen leerräumen, um zu überleben. Sie leben meistens in Rudel, denn nur so ist ihr Fortbestand gesichert.
Das Klima, die Gerüche etc. sind anders als in Deutschland.
Hinzukommt, dass viele Tierschutzorganisationen mit diversen Mitleiderregenden Bildern uns Menschen genau dort treffen wo wir am empfindlichsten sind: unser Bestreben zu helfen.
Wir Menschen möchten den Hunden etwas Gutes tun und diesen einen Hund retten.
Tolle Idee, nur sollte man sich vor Augen halten, dass viele von diesen Hunden einen ausgeprägten Hang zum Jagen haben, gerne die Freiheit genießen und Ausbrecherkönige sind, die Mülltonnen etc gerne plündern und nicht gerne alleine bleiben.
Auch sollte man sich über die Risiken einer zu frühen Kastration informieren (stehen bleiben in der Entwicklung), d.h. im Ausland in der Natur fällt das nicht so auf, in der häuslichen Umgebung kann das mehr zum Tragen kommen.
In meiner Arbeit als Hundetrainer sehe ich mich als Übersetzer zwischen Hund und dem Menschen.
Die Tierschutzhunde sind oft so feinfühlig und achten extrem auf die Körpersprache seines Menschen, da sind viele Worte überflüssig.
Das Erklären warum ein Hund eine Maus tausendmal besser findet als das Leckerchen beim Mensch, dass der Hund vom ersten Tag an Halt benötigt in dem der Mensch die Regeln festsetzt und das ohne Mitleid und warum es für den Hund so schwer ist die einfachsten Dinge wie "Sitz" und "Platz" zu lernen gehören zu den Aufgaben eines guten Hundetrainers.
In seinem vorherigen Leben kannte er das nicht.
Er hat sich frei bewegt und konnte selbst entscheiden ob er einen Hund mag oder lieber einen Bogen um ihn macht.
Daher ist es nicht verwunderlich warum dieser Hund in einem Shelter super mit anderen Hunden klar kommt und hier in Deutschland an der Leine Terror macht oder unsicher ist.
Oft sprechen die Hunde in Deutschland körperlich eine andere Sprache als die Tierschutzhunde es gewohnt waren.
Nicht selten sind Auslandhunde in Deutschland unsicher oder sind s.g. Angsthunde. Das heißt für den Halter ein langsames und schrittweise Heranführen an alles Neue. Die Hunde können spontan ein negatives Verhalten gegenüber Menschen zeigen, da sie vllt. schlechte Erfahrung mit einem bestimmten Typus Mensch gemacht haben.
Falls Du am Überlegen bist einen Hund zu retten, denke immer daran, dass sie wie eine Black Box sind, keiner kann sagen was in ihnen steckt, jedes Herz erweichendes Bild kann nicht das wiedergeben wie sich der Hund in Deutschland verhält, lese zwischen den Zeilen der Annonce, suche Hintergrundinformationen über den Verein, besitzen sie die Genehmigung Tiere einzuführen und zu vermitteln, wie geht die Orga damit um wenn der Hund doch nicht zu Dir passt und er zurück muss.
Wann wurde kastriert? Werden die gesetzlichen Bestimmungen zur Einfuhr eingehalten? Geimpft, gechipt? Die Liste der Fragen, die gestellt werden sollten, ist endlos lang.
Bei meiner Arbeit mit den Haltern mit ihrem Hund finde ich es wichtig, das Verhalten seines Hundes ihm näher zu bringen und auch die noch so kleinen Erfolge und Veränderungen wahrzunehmen.
Die Hunde aus dem Tierschutz sind so feinfühlig, achten auf so viele Gesten seines Menschen. Sie sind einfach ganz natürliche Hunde uns Menschen antrainieren Verhaltensmuster.
Von diesen Hunden können wir Menschen viel lernen und dieses Lernen macht mir verdammt viel Spaß.
Ich freue mich mit jedem Halter, wenn sein Hund langsam wieder Spaß am Leben hat, wenn die Unsicherheit verloren geht, wenn er lernt seinem Menschen zu Vertrauen, dass wenn er weg geht auch wieder kommt.
Diese Veränderungen dauern, manchmal gehen sie nicht ganz weg, manchmal muss der Halter einfach lernen damit zu leben.
Jeder Hund ist einzigartig und jeder hat seinen eigenen Charakter, da gibt es kein Schema F.
Und genau das ist es was meine Arbeit als Hundetrainerin ausmacht.
Falls Du dich mit dem Gedanken beschäftigst einen Hund aus dem Tierschutz zu holen, gerne beantworte ich Dir Deine Fragen im Vorfeld oder unterstütze dich bei der Auswahl.
Grüße Kirsten
Schneller, weiter, höher
Schneller, weiter, höher
In der heutigen Gesellschaft zählt nur noch Leistung.
Firmen und Geschäftsinhaber fordern von ihren Mitarbeitern immer mehr Leistung ein. Zusätzliche Zeit wird dafür aber nicht zur Verfügung gestellt.
Die Mitarbeiter erreichen unter diesem Druck immer schneller ihre Leistungsgrenze und sind ausgebrannt.
Der Alltag einer Familie wird minutiös durchgeplant. Jede erdenkliche Minute ist verplant.
Seinen Kindern möchte man so viel wie möglich anbieten, damit sie anderen Kindern gegenüber nicht benachteiligt sind.
Auch für einen selbst ist es sehr wichtig, überall dabei zu sein, um mitreden zu können.
Betrachtet man jetzt beide Bereiche, also Arbeit und Familie, zusammen, kann man eigentlich nur zu einem Ergebnis kommen. In unserem Leben herrscht Stress pur! Die eigentliche Erholung von allem, bleibt leider aus.
Sicherlich kann man so eine Zeitlang leben. Aber ständiger Stress kann im Burnout oder gar in Depressionen enden. Das schlimme daran ist, dass man den Beginn dieser Krankheiten nicht bemerkt.
Was hat das alles mit Hundetraining zu tun?
Die Antwort ist schnell gegeben.
Beim Einzel- bzw. Gruppentraining ist mir aufgefallen, dass sich das oben beschriebene auch im Alltag/beim Training eines Hundes abspielt.
Teilweise unbewusst durch immer schneller werdende Hundesportarten wie Agility oder Hunderennen.
Die Halter möchten mit ihrem Hund beim Training die Ziele so schnell wie möglich erreichen. Trainingsschritte werden übersprungen oder es wird in längeren Sequenzen geübt.
Dabei kommt es immer wieder zu Stressanzeichen beim Hund, die vom Halter übersehen oder falsch gedeutet werden.
Z. B. macht der Hund dicht, weil er überfordert ist. Er weiß nicht was er tun soll. Die Außenreize sind zu groß.
Der Frust beim Halter steigt und er ärgert sich. Für den Halter ist der Hund nicht intelligent, der Hund will ihn ärgern, der Hund ist störrisch.
Es gibt Rassen die von Natur aus quirlig oder aufgedreht sind. Der Mensch, gelenkt von den Medien, macht mit ihm z.B. Agility in der ungesunden Form. Die Hunde rennen über einen Parcours, um Höchstleistung zu erzielen. Dies wiederum setzt bei ihnen gewisse Hormone frei, die selbstbelohnend sind.
Der Hund möchte immer mehr und so fördert man das aufgedrehte Verhalten. Man sieht, dass er daran Spaß hat und so wird das Pensum gesteigert, um seinem Hund etwas Gutes zu tun, damit er sich auspowern kann.
Und somit befindet sich der Hund in der Spirale der Leistungsgesellschaft.
Nehmen wir das Beispiel Hürden bzw. Hindernisse.
Die meisten Hunde können problemlos mit Schnelligkeit über Hürden/Hindernisse springen.
Errichtet man jetzt aber eine Hürde, bei der die Stange nur handbreit hoch ist oder mehrere Stangen wie Mikado auf dem Boden liegen mit dem Ziel, dass der Hund bewusst langsam Pfote für Pfote darüber gehen soll, ist der Hund überfordert.
Er will schnell darüber, berührt die Stangen und zeigt Stressanzeichen.
Stressanzeichen zeigen auch die Halter, da sie im ersten Moment keine Lösung finden, um ihrem Hund eine Hilfestellung zu geben.
Solche Übungen, bei denen der Halter den Instinkt und die Wahrnehmung seines Hundes schult, sind für beide Seiten anstrengend. Das trainieren der kognitiven Fähigkeiten benötigt mehr Energie als wir uns vorstellen können.
Ein positiver Nebeneffekt ist, dass der Hund wieder selbst anfängt über Strategien nachzudenken, um eine Übung ohne menschliche Vorgaben zu schaffen. Das führt im Alltag auch immer mehr dazu, dass der Hund anfängt in doofen Situationen andere Strategien zu entwickeln.
Für ängstliche und unsichere Hunde führt dies zu einem gesteigerten Selbstvertrauen.
Ich könnte hier noch über die verschiedenen Formen von Stress wie Disstress (lang anhaltender dauernder Stress) und Eustress (anregender, stimulierender Stress), über die negativen Folgen für den Organismus und der Hormone des Hundes und somit einhergehende krankhafte Folgen eingehen, was aber den Rahmen sprengen würde.
Mein Bestreben ist es, euch zum Nachdenken anzuregen.
Versucht den Alltag bei einem Spaziergang, beim Autofahren, beim Einkaufen bewusster wahrzunehmen.
Nehmt Euch wieder etwas mehr Zeit für euch und haltet die Leistungsspirale an.
Schult wieder eure Sinnesorgane auf das Wesentliche. So wie euer Hund es lernt, seine Körperteile wahrzunehmen, um dann in kleinen Schritten die Stangen zu überqueren.
Seid auch auf die kleinen Erfolge stolz und nicht nur die Großen, denn diese bestehen aus ganz vielen kleinen Erfolgen.
Grüße
Kirsten
Ich geh´ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir
Ich geh´ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir
oder
Ein gemeinsamer Spaziergang mit deinem Hund fördert die Bindung zwischen dir und ihm.
Immer wieder sehe ich Mütter oder Väter, die mit ihren Kindern spazieren gehen oder auf dem Spielplatz sind und sich dabei mit ihrem Handy beschäftigen. Für mich hat es dann den Anschein, dass in diesen Momenten Telefonate, Emails, Facebook, WhatsApp oder Instagram wichtiger sind als die Kinder. Ja, man könnte auch sagen, dass die Kinder an zweiter Stelle stehen und sich selbst überlassen werden.
Selten sehe ich Eltern mit ihren Kindern im Sandkasten, an der Schaukel oder auf der Rutsche spielen.
Dabei wäre dies aber wichtig, um so die Bindung zwischen Elternteil und Kind zu verstärken.
Leider ist dieses Verhalten auch vermehrt bei den Hundehaltern zu beobachten.
Die Hunde sind überwiegend mit der Nase über dem Boden, nehmen sich ihre Freiräume durch die „Flexi-Leine“, während der Hundehalter sich mit seinem Handy beschäftigt oder träumend durch die Gegend schlendert.
Der Hund gibt somit seinem „Herrchen bzw. Frauchen“ vor, wo es langgeht oder wozu er Lust hat. Man könnte auch sagen, dass der Hund den Menschen führt.
Welche Gründe könnten für diese Verhalten ursächlich sein?
Das Handy ermöglicht es mir in der heutigen Zeit immer und überall mit der Familie, Freunden und Bekannten in Verbindung zu bleiben.
Bei einem in der Regel sehr straff organisierten Tagesablauf bleibt viel zu wenig Zeit für die Erholung.
Der Anspruch an sich selbst, nämlich alles zu wissen bzw. zu können ist groß.
Man möchte auch nichts verpassen, immer dabei sein und mitreden können. Egal in welcher physischen bzw. psychischen Verfassung man sich befindet.
Die Hundehalter möchten für ihren Hund nur das Gute, in dem sie ihren Hund „Hund-sein-lassen“.
Frage ich Hundehalter welchen Sinn sie in den Spaziergängen mit ihrem Hund sehen, kommt meistens die Antwort:
„Er ist oft allein zu Hause, daher möchte ich ihm bei den Spaziergängen die Möglichkeit geben einfach tun und lassen zu dürfen was er möchte.“
Generell ist dies nicht negativ.
Wenn ich die Hundehalter danach frage, was sie für diesen Spaziergang empfinden, bekomme meistens die Antwort:
„Ich war arbeiten und genieße meine Freizeit mit meinem Hund, in dem ich mit ihm raus gehe.“
Die darauf folgende Frage:
„Was meinst du ist für deinen Hund Freizeit und was ist Arbeit?
Bevor du weiterliest beantworte diese Frage einmal für dich selbst.
Meistens kommen dann die Antworten:
„Mein Hund hat Freizeit wenn ich mit ihm rausgehe.“ Oder
„Ich gehe zu einer ausgewiesenen Hundefreilauffläche, da kann mein Hund dann mit den anderen „spielen“. So hat er seinen Auslauf und ich kann ein gepflegtes Gespräch mit netten Menschen führen. Mein Hund und ich machen dann ja was gemeinsam“.
Nehmen wir diese Aussagen mal unter die Lupe.
Der Hund liegt in den meisten Fällen zu Hause und schläft. Wir gehen arbeiten oder machen den Haushalt etc..
Irgendwann nehmen wir uns dann die Zeit und gehen mit dem Hund raus. Wir benötigen ja auch mal frische Luft zum Abschalten.
Jetzt sind wir im Freizeit-Modus und für den Hund kommt der Arbeits-Modus.
Er geht raus, schnüffelt welcher Hund wann und wo vorbei gegangen ist. Er verrichtet sein Geschäft und markiert seine Stellen, damit die anderen Hunde auch was zum Lesen haben. Er geht seiner Genetik nach und sucht Geruchsspuren von jagdbaren Objekten, da das sein Job ist. Er geht seiner natürlichen Arbeit nach.
Wir Menschen gehen unseren Weg und der Hund geht seinen.
Dann kommt der Zeitpunkt, an dem wir Menschen uns ärgern, dass uns der Hund nicht mehr beachtet, da er die Nase nur noch auf dem Boden hat. Wir schimpfen, ziehen an der Leine und sind genervt. Es kommt wie es kommen muss, der Spaziergang macht uns keinen Spaß mehr und wird zu einer leidigen Tätigkeit.
Die Lösung für dieses Problem ist relativ einfach:
Wir Menschen müssen umdenken und unseren Hunden wieder eine Orientierung geben. Unser Handy sollten wir nur noch für den Notfall mitführen.
Wir geben unseren Hunden auf den Spaziergängen Aufgaben.
Ich höre schon die Einwände von euch!
Na toll, wie soll ich das denn machen?
Ich möchte auch Freizeit haben!
Mein Hund soll nicht den ganzen Spaziergang „Fußgehen“ usw..
Ich kann Dich beruhigen, Du brauchst Deinen Hund nicht den ganzen Spaziergang beschäftigen.
Es reichen schon kurze Sequenzen die in den täglichen Spaziergang eingebaut werden.
Nehme Dir dafür 10 Minuten Zeit und teile diese in drei Einheiten auf.
In den drei Einheiten kannst Du kleine gemeinsame Suchspiele machen -was meinst Du, was sich Dein Hund wundert, wenn Du so tust, als ob Du ein Leckerchen im Gras gefunden hast und es ihm dann auch noch gibst-; verstecke Leckerchen in der Rinde eines Baumes oder auf einem Holzstapel; mach Orientierungstraining -gerne zeige ich dir wie das geht-; übe die Leinenführigkeit; übe die Basissignale -wie „Sitz“, „Platz“ „Fuß“ etc.-; oder lasst deinen Hund absitzen und werfe einen Ball, den dein Liebling aber erst nach der Freigabe holen darf; auch der Abruf lässt sich super in einen Spaziergang einbauen.
Macht Dich einfach wieder interessant, denn Du gehst mit deinem Hund.
Durch diese Aktivitäten wird sich Dein Hund wieder mehr an Dir orientieren, da er nicht weiß wann Du was mit ihm macht. Du wirst nach und nach herausfinden, wie schön das ist, wenn Dein Hund vermehrt sich nach Dir umschaut, während er einfach auch nur Hund sein darf.
Du wirst neue Facetten in der Mensch-Hund-Bindung entdecken.
Und das wichtigste an allem:
Du wirst dein Handy nicht vermissen, da Deine Aufmerksamkeit entweder bei Deinem Hund oder der Natur in Deinem Umfeld ist. All dies würdest Du bei der Benutzung deines Handys nicht wahrnehmen.
Mein Wunsch an Dich:
Genieße jede Minute Deines Lebens. Eine Immer-Erreichbarkeit sollte eine untergeordnete Stelle einnehmen egal ob Du mit Deinem Partner, Kind, Freund oder Deinem Hund unterwegs bist.
Wenn ich dich zum nachdenken angeregt habe und du mehr über Möglichkeiten eine gemeinsame Zeit erfahren willst, melde dich bei mir per Telefon 0172/9324678 oder per Email kontakt@hundeschule-sarstedt.de.
In diesem Sinne
Deine Kirsten
Hundeerziehung
Erfahrungen mit Tierschutzorganisationen
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Hallo zusammen,
für den kommenden Text fehlen mir passende Worte für eine Einleitung, weil ich etwas schockiert und auch gleichzeitig sauer bin.
Eine zukünftige Kundin möchte sich wieder einen Hund haben und fragte mich nach seriösen Tierschutzorganisation. Also fragte ich Kunden und Bekannte, bei denen ich wusste, dass sie Hunde aus verschiedenen Tierschutzorganisationen haben, nach ihren Erfahrungen. Klar stöberte ich im Netz auf den dazu gehörigen Hompages.
Was ich da an Beschreibungen der einzelnen Hunde so wie ihre Vertragsbestimmungen (nicht alle habe diese veröffentlicht) gelesen habe, ist in meinen Augen vollkommen daneben. Die Hunde werden mit wortgewandten Beschreibungen dargestellt, so dass Interessenten bewusst irregeführt werden mit dem Ziel Mitleid zu erregen. Fast keiner geht auf die evtl. bestehen Problematiken der Hunde ein und ein somit, meist langwierigem, Training.
Ganz zu schweigen, von den vertraglichen Verpflichtungen wie z.B der Kastration.
Fazit meiner Recherche: reinen Gewissens konnte ich keine Organisation empfehlen.
Bis dahin, war meine Gemütsverfassung noch einigermaßen im Gleichgewicht.
Dann hörte ich von einer Organisation, die eine tragende Hündin aus dem Ausland geholt hat und süße Welpenfotos hat. Für mich hat das nichts aber auch gar nichts mit Tierschutz zu tun. Einer Hündin so einen Stress an zu tun? Da fehlen mir echt die Worte. Macht sich da keiner Gedanken, was dieser Stress für die Welpen bedeuten kann? Auch wenn diese jetzt noch gesund und ausgeglichen wirken, kann das weitreichende Folgen für die Entwicklung haben, da die Stresshormone von der Mutter auf die Welpen übertragen werden kann.
Ganz zu schweigen von Welpen, die im Ausland geboren worden sind und mit der Mutterhündin nach Deutschland gebracht werden. Klar ersichtlich, dass diese Welpen noch nicht lange die Augen geöffnet hatten. Ich frage mich wie diese Hunde nach Deutschland gebracht worden sind, da das gesetzlich nicht erlaubt ist, wie kamen die zu einem ordnungsgemäßen Impfausweis? Welpen dürfen erst ab der 12. Woche geimpft werden und dann ist der Impfschutz erst nach weiteren 21 Tagen wirksam. Somit ist ganz klar gesetzlich geregelt, dass ein Welpe mind. 15 Wochen alt sein darf.
In meinen Augen ist das illegal.
Die nächste Begebenheit folgte auf dem Fuß.
Mich rief ein Neukunde an, der seit 3 Tagen einen Hund einer Organisation, die bulgarische Hunde vermittelt, sein Eigen nennt. Er klang etwas verunsichert, so fuhr ich am selben Tag hin.
Ok, dass ein Hund mit 1,5 Jahren schon kastriert ist kenne ich schon, dass ein Hund aus einem Mix besteht, den kaum ein Laie nachvollziehen kann kenne ich auch schon, was mir neu war, dass ein Hund der seit einem Jahr in Deutschland in einer Pflegefamilie mit einem anderen Hund lebt und weder weiß, was „Sitz“ etc. nichts aber auch gar nichts kann.
Während dem Gespräch beobachtete ich das Verhalten, des Hundes. Für mich nach 3 Tagen definitiv ersichtlich, dass in dem Labrador-Mix ein Herdenschutzhund mit drinnen steckt und vom Verhalten die Oberhand hat und dass bei dem hinteren Bewegungsapparat etwas nicht stimmte, aber als gesund verkauft wurde.
Solche Typen von Hunden gehören in erfahrene Hände und nicht in Hände von Neu-Hundehalter mit kleinem Kind!!!!!
Sowas von unverantwortlich von dieser Organisation. Ich bin stinkend sauer.
Es geht mir nicht um die Halter von Hunden aus Tierschutzorganisationen. Sie werden beeinflusst von den mitleidsvollen Texten und Bildern. Einige wissen auch welch Arbeit etc. auf sie kommen kann. Und die Halter, die etwas Gutes tun möchten und keinerlei Ahnung haben, werden nicht von den Organisationen nicht aufgeklärt.
Und das kreide ich den Organisationen an. Sie handeln angeblich zum Tierwohl. In vielen Fällen ist es nur eine Geldmacherei gepaart mit Scheinheiligkeit.
Bitte liebe Interessenten von Hunden aus dem Tierschutz, schaut euch genau die rechtlichen Bestimmungen an, lasst euch nicht beeinflussen von mitleiderregenden Texten, die Rasseangaben können vollkommen daneben liegen und macht euch Bewusst, ein Hund mit Vergangenheit kann zeitintensives Training nach sich ziehen.
Sucht euch ein vertrauenswürdiges Tierheim in eurer Umgebung aus. Ihr habt dort einen persönlichen Ansprechpartner. Und wenn ihr ein komisches Bauchgefühlt habt, schlaft lieber noch 2-3 Nächte darüber. Seid euch klar, ein Tier hat eine bestimmte Lebenserwartung, passt das in euren Leben dauerhaft rein? Seid ihr dem gewachsen? Übernehmt Verantwortung für ein Tier, wenn ihr euch zu 100% sicher seid.
Grüße
Eure Kirsten
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